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Meerbusch: Schulstreit in Osterath

Meerbusch : Schulstreit in Osterath

Einige Boverter Bürger haben ihre Unterschriften unter dem Bürgerbegehren zum Erhalt der Gerretz-Schule für ungültig erklärt. Sie fürchten die angedrohte Schließung der traditionsreichen Erwin-Heerich-Grundschule.

Barbara-Gerretz-Schule contra Erwin-Heerich-Schule: Das laufende Bürgerbegehren zum Erhalt der städtisch-katholischen Gerretz-Schule hat einen Schulkonflikt zwischen Osterath-Dorf und Bovert ausgelöst. Hintergrund ist die Ankündigung von CDU und Grünen, dass eine Fortführung der Gerretz-Schule die Schließung der Erwin-Heerich-Schule zur Folge hätte — das Ende der Boverter Grundschule drohe sogar "von einem Tag auf den anderen".

Erwin-Heerich-Schule: Sollte die Gerretz-Schule erhalten werden droht der Boverter Grundschule das Aus. Foto: Dackweiler, Ulli

Die Warnung aus der Politik zeigt Wirkung: Boverter Eltern, die das Bürgerbegehren zum Erhalt der Gerretz-Schule unterschrieben hatten, bevor CDU/Grüne ihre Stellungnahme veröffentlichten, sehen sich nun in der Zwickmühle. Einige haben bereits im Rathaus Schreiben hinterlegt, in denen sie ihre Bürgerbegehren-Unterschriften für ungültig erklären. Das erklärte gestern die Stadtverwaltung.

Iris Sternemann, Schulpflegschaftsvorsitzende der Erwin-Heerich-Schule, empfindet es als unfair, dass die Nachricht von der drohenden Schließung der Heerich-Schule erst publik wurde, nachdem das Bürgerbegehren fast abgeschlossen ist. Die Unterschreiber hätten nicht gewusst, dass ein Erfolg der Gerretz-Initiative das baldige Aus für die Heerich-Schule bedeuten würde: "Ich hätte meine Unterschrift auch zurückgezogen", kommentiert Iris Sternemann.

Verwirrung um Listen

Gestern teilte Stadtsprecher Michael Gorgs mit, dass in der Erwin-Heerich-Schule inzwischen Listen ausliegen, in denen Bürgerbegehren-Teilnehmer ihre Unterschriften zurücknehmen können. Heerich-Schulleiterin Regina Beese dementierte das jedoch auf RP-Anfrage: "Hier liegen keine Unterschriftenlisten aus". Iris Sternemann unterstreicht, dass auch die Schulpflegschaft keine Listen verbreitet habe.

Die Ungültig-Erklärung von Unterschriften könnte für die Initiative "Rettet Barbara" zum Problem werden. Damit das Bürgerbegehren für zulässig erklärt wird, sind 2681 Unterschriften von Über-16-Jähren Meerbuschern nötig. Die Initiative will der Verwaltung am Montag mehr als 3000 Signaturen übergeben. Die Stadt wird die Unterschriften auf ihre Gültigkeit prüfen. Sollte es den Boverter Eltern gelingen, mehr als zehn Prozent der Unterschriften annullieren zu lassen, wäre das Bürgerbegehren gescheitert. Richtig Aufflammen dürfte die Auseinandersetzung zwischen den Elternschaften, falls es zum Bürgerentscheid kommen sollte. Dann wären 6600 Stimmen nötig, um den Gerretz-Schulerhalt zu erzwingen.

(RP/rl)