Schulprojekt in Meerbusch abgesagt: Kritik von der Politik

Volkshochschule in Meerbusch: Schulprojekt-Absage: Kritik von der Politik

(tak/ny) Die Stadt hat das Politische Schüler-Tutorial (PST) abgesagt, weil sich nur vier Schüler dafür angemeldet hatten. Das war am Donnerstag Thema im Schulausschuss. Sozialdezernent Frank Maatz bedauerte den Schritt, will das Projekt aber nicht ganz aufgeben: „Wir werden es noch mal versuchen.“

Ralph Jörgens (FDP) gab sich damit noch nicht zufrieden: „Ich betrachte das als Blamage, dass dieses Tutorial abgesagt werden musste.“ Meerbusch sei eine Akademikerstadt, daher sei auch das Potenzial an jungen Leuten und Schülern groß. Das Problem sieht Jörgens eher in fehlender Werbung: Er habe mit Verantwortlichen am Mataré-Gymnasium gesprochen. „Die wussten von gar nichts und auch in den Klassen ist das in keiner Weise angesprochen worden.“

Ihm widersprach Antje Schwarzburger aus der Schulpflegschaft. Ihr Sohn ist Schüler am Meerbusch-Gymnasium, dort sei sehr wohl im Politikunterricht informiert worden. Sie sehe den Knackpunkt eher darin, dass das „Timing sehr knapp“ gewesen sei. Am Montag sei die Info gekommen, am Freitag bereits Anmeldeschluss gewesen. Gerade zu Beginn des Schuljahres hätten die Schüler außerdem viele andere Dinge im Kopf.

Die „innerschulische Informationsweitergabe“ habe dann wohl unterschiedlich gut funktioniert, entgegnete Frank Maatz. „Wenn wir seitens der Volkshochschule Kontakt zu den Schulen aufnehmen und in einer Schule klappt es, und in einer anderen Schule nicht, kann man zumindest unterstellen, dass es in den Schulen Ansprechpartner gegeben hat.“

  • Kommunalpolitisches Praktikum in Meerbusch : VHS nimmt Schüler mit in den Stadtrat

Christa Kohn (SPD) bezweifelte, dass die VHS der richtige Ansprechpartner für ein Projekt dieser Art sei und regte einen engeren Austausch des zuständigen Fachbereichs und den Schülervertretungen der Schulen an.

Eigentlich sollten mindestens 18 Schüler beim PST an einer Fraktions- und einer Ratssitzung teilnehmen und bei einem Planspiel in die Rolle von Kommunalpolitikern schlüpfen. Vorerst ist das Projekt gescheitert. „Wir denken alle noch mal drüber nach, wie wir beim nächsten Mal erfolgreicher sein können“, sagte Maatz.