Meerbusch: Schützenfest: Raucher haben kein Dach

Meerbusch : Schützenfest: Raucher haben kein Dach

Seit der Änderung des Nichtraucherschutzgesetzes am 1. Mai darf nun auch im Büdericher Festzelt nicht mehr gequalmt werden. Doch die Schützen haben sich was einfallen lassen, damit Raucher und Nichtraucher gemeinsam feiern.

Wenn Samstagabend die Bands Sugarpops und Der letzte Schrei im Festzelt am Dr.-Franz-Schütz-Platz aufspielen, wird getanzt und gefeiert. Wer sich aber eine Zigarette zum Bierchen anzünden will, macht schnell Bekanntschaft mit zwei netten jungen Damen. "Die beiden haben einen kleinen Sandeimer dabei und werden die Raucher höflich bitten, ihre Zigaretten auszumachen", sagt Gerd van Vreden, Platzmeister bei den St. Sebastianern.

Seit dem 1. Mai gibt es keine Raucherclubs in den Kneipen mehr, und auch in Festzelten darf nicht mehr gequalmt werden. Doch wie wollen die Schützen das Gesetz umsetzen? Darüber hat Gerd van Vreden lange nachgedacht. Die Lösung: Direkt vor dem Festzelt gibt es einen abgetrennten Bereich, in dem allerdings das Dach des Festzelts fehlt. Dort darf geraucht werden, sollte es regnen, finden die Raucher unter Sonnenschirmen Platz. An den Stehtischen kann man auch ein Bier bestellen.

"Die Idee war, die Raucher nicht zu isolieren, sondern in die Feierlichkeiten im Saal zu integrieren", sagt van Vreden, der 1959 erstmals als Page bei Schützenfest in Büderich dabei war. In der Tat: In Richtung Festzelt sind Fenster aus Zeltfolie installiert, die bei Bedarf geöffnet werden. So bekommen auch die Raucher mit, was auf der Bühne geschieht. "Das Fest wird so nicht unnötig unterbrochen, weil viele Schützen den Saal verlassen, um zu rauchen", sagt van Vreden. Stadt und Ordnungsamt haben die Lösung bereits abgesegnet. Vor dem Schützenfest fand eine große Runde mit Vertretern von Polizei, Stadt und Ordnungsamt stat, in der auch über das Rauchverbot gesprochen wurde. Zur Debatte standen ursprünglich zwei Möglichkeiten. 1. Entweder die Schützen verzichten auf die Seitenwände und haben dafür ein Dach über dem Kopf. 2. Oder eben kein Dach, dafür bleiben aber die Seitenwände. "Wir haben uns für die Lösung ohne Dach entschieden, weil wir ohne Seitenwände Probleme mit den benachbarten Buden der Kirmes bekommen hätten", sagte van Vreden. Die Buden hätten umgestellt werden müssen und wären nicht mehr am gewohnten Platz. "Das wollten wir vermeiden", sagt van Vreden. Er hat sich im Vorfeld schon bei Schützenfesten in der Umgebung umgesehen, wo das Rauchverbot ebenfalls umgesetzt werden musste. Die Lösung für das Zelt in Büderich hält van Vreden nun für optimal. "Wenn es schief geht, bin ich verantwortlich, dann heißt es Asche auf mein Haupt", sagt van Vreden.

Das Zelt selbst ist in diesem Jahr etwas größer als sonst. Die Außenmaße (65x25 Meter) sind zwar geblieben, doch das Zelt ist gut 40 Zentimeter höher als vorher. Das liegt aber nur daran, dass sich der Zeltverleiher ein neues Zelt angeschafft hat. Die Eintrittspreise für die Veranstaltungen von Sonntag bis Mittwoch sind auf fünf Euro gesenkt worden.

(RP/ac)
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