Meerbusch: Schüler irrte durch die Nacht

Meerbusch : Schüler irrte durch die Nacht

Die Eltern Gerd und Andrea Vasen berichten über die Hintergründe der Suchaktion mit Polizeihubschrauber und Hunden, über ihre Gefühle und Ängste sowie die große Dankbarkeit über die Hilfe von Polizei und Strümpern.

Strümp Ein Polizeihubschrauber, fast 100 Beamte, einige mit Suchhunden waren am vergangenen Mittwoch in Strümp unterwegs, um einen vermissten 13- Jährigen zu suchen, der mit einer Kopfverletzung durch die Nacht irrte. Die Aktion war erfolgreich. Der Schüler wurde noch am selben Abend gefunden und zu den Eltern zurückgebracht. Vater Gerd und Mutter Andrea Vasen war die Erleichterung über den glücklichen Ausgang der nervenaufreibenden Stunden gestern noch anzumerken. Eine dicke Beule erinnert Sohn Max an die Ereignisse.

"Spätestens als die Polizei bei uns ein Kopfkissen abholte, um die Suchhunde mit dem Geruch unseres Sohnes vertraut machen zu können, rutschte unser Herz komplett in die Hose", sagte Gerd Vasen. "Wir hatten Todesangst, dass ihm etwas Schlimmes passiert ist." Gerd Vasen und seine Frau erzählten gestern über die Geschehnisse für die RP-Leser aus zwei Gründen: zum einen, um sich bei Polizei und Mitbürgern zu bedanken, und zum anderen, um andere Eltern und Jugendliche darüber zu informieren, was auch in einer Kleinstadt wie Meerbusch möglich ist.

Wie ein Lauffeuer habe sich die Nachricht im Ort verbreitet

"Die Arbeit der Polizei war vorbildlich, einfühlsam, engagiert und echt besorgt", erklärten die Vasens. Fast noch eindrucksvoller sei das Engagement der Nachbarn und Mitbürger gewesen. Wie ein Lauffeuer habe sich die Nachricht, dass sie ihren Sohn vermissen, im Ort verbreitet, immer mehr Personen hätten sich aktiv an der Suche auch in Bösinghoven beteiligt, erzählen die beiden. "Es war großartig zu erfahren, dass Nachbarschaftsstrukturen in einer solchen Notsituation auch in heutiger Zeit noch funktionieren", berichten sie ergriffen.

Ganz andere Gefühle schwappen in Gerd und Andrea Vasen hoch, wenn sie daran denken, was ihrem Sohn passiert ist. Gerd Vasen berichtet: Max war mit zwei Freunden unterwegs, die aber um 19.30 Uhr zum Schwimmen weg mussten. Vasen hat seinen Sohn zu der Zeit angerufen und erfahren, dass er sich nun auf den Nachhauseweg machen will. Als der Vater eine halbe Stunde später noch einmal anrief, war ein fremder Mann am Telefon seines Sohnes und berichtete, dass der Junge ihm Handy und Brieftasche vor die Füße geworfen hat, verwirrt war und mit starker Kopfverletzung weggelaufen ist. Daraufhin alarmierten sie die Polizei. Wie sich später herausstellte, haben etwa fünf Jugendliche seinen Sohn Max auf dem Kinderspielplatz am Edekamarkt Cola zum Trinken gegeben — allerdings mit Rum oder Wodka gemischt. "Max hat überhaupt keine Erfahrungen mit Alkohol, ahnte auch nichts und war schnell total betrunken", erzählt der Vater. Max sei dann mit dem Kopf gegen eine Bank gestürzt und stundenlang umhergeirrt — bis nach Büderich. Gegen Mitternacht kam er mit dem Bus zurück und wurde von Nachbarn sofort erkannt.

(RP)