1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Schüler in Meerbusch tragen Masken im Unterricht freiwillig

Corona in Meerbusch : Nur vereinzelt setzen Schüler ihre Maske im Unterricht ab

An der Realschule und der Maria-Montessori-Gesamtschule sowie am Meerbusch-Gymnasium tragen die meisten Lehrer und Schüler weiterhin Maske. Freiwillig.

Die Maske bleibt im Unterricht an. So halten es zumindest nahezu alle der rund 490 Schüler der Realschule Osterath – im Kollegium sieht es genauso aus. Obwohl seit Dienstag offiziell gilt: Die Maskenpflicht entfällt an festen Sitzplätzen in Klassen- und Kursräumen; beim Weg zum Platz sowie im Schulgebäude gilt die Maskenpflicht aber weiterhin.

An der Städtischen Maria-Montessori-Gesamtschule in Büderich war das nicht allen Schülern ganz klar. „Einige waren unsicher und dachten, die Maskenpflicht sei komplett beendet“, sagt Schulleiter Klaus Heesen, der die Schüler deshalb am Dienstagmorgen am Schultor empfangen und aufgeklärt hat. Letztlich hätten dann rund 95 Prozent der Schüler ihre Maske auch am Sitzplatz getragen. „Ich hätte gedacht, dass viel mehr ihre Maske absetzen“, sagt Heesen, der ebenso wie die meisten Kollegen weiter Maske trägt. „Nun wollen wir schauen, wie sich das Verhalten in den kommenden Tagen entwickelt.“

Bereits in der vergangenen Woche haben die Schulleiter den entsprechenden Elternbrief zum Thema verschickt. „Wir haben darin ausdrücklich keine Empfehlung ausgesprochen“, berichtet Realschulleiter Dirk Busche. Er selbst stehe dem Thema sehr offen gegenüber und betont, dass jeder Schüler für sich entscheiden könne, ob er die Maske ablegt. „Diese Entscheidung respektieren wir dann auch.“ Manche Schüler befürchten Konsequenzen, dass sie beispielsweise schlechter benotet werden, wenn sie die Maske absetzen. Busche widerspricht: „Das ist Quatsch. Diese Sorge kann ich den Eltern und Schülern komplett nehmen.“

  • Sina Schmitz (Mercure Hotel), Maren-Corinna Nasemann
    Vereinbarung in Kaarst unterzeichnet : Realschule kooperiert mit Mercure Hotel
  • Lego und iPad kommen zum Einsatz:
    Schule in Kempen : Gesamtschule forscht fürs Weltall
  • Die Schüler haben den Senioren eine
    Altenheim in Büttgen : Schüler erfreuen Senioren mit Weihnachtskonzert

Dennoch habe die Bekanntgabe der neuen Regelung bei ihm und im Kollegium „ein bisschen ein ungutes Gefühl“ ausgelöst. „Wir hätten uns gewünscht, dass man vielleicht noch zwei, drei Wochen abgewartet hätte, wie sich die allgemeine Infektionslage entwickelt“, so Busche. „Wir möchten den Schülern und Lehrern unbedingt ersparen, dass es bald wieder mehr Quarantänefälle gibt.“ Denn mit dem Ende der Maskenpflicht sei die Quarantäneregelung leicht verschärft worden.

Die Realschule Osterath ist bislang relativ gut durch die Pandemie gekommen. Infektionen und Quarantänefälle gab es zwar auch dort. Seit Ende der Sommerferien wurden an der RSO allerdings weniger als fünf Covid-19-Erkrankungen festgestellt. Der Schulleiter betont: „Außerdem gab es während der gesamten Pandemiezeit keine einzige nachvollziehbare Ansteckung innerhalb der Schule.“ Das liege auch daran, dass die Hygieneregeln inklusive Maskenpflicht an der Realschule außergewöhnlich gut akzeptiert würden. „Natürlich vergisst mal einer, seine Maske nach der Pause wieder anzuziehen. Aber das sind Einzelfälle – wir haben bei uns überhaupt keine Maskenverweigerer.“

Am Dienstagmorgen hatte Dirk Busche selbst zur zweiten Stunde Unterricht in der Klasse neun. „Ich hatte meine Maske an und werde sie auch künftig tragen“, sagt er. Bei den Jugendlichen sah es ähnlich aus. „Die Klassenlehrerin hatte das Thema zuvor mit den Schülern besprochen, und alle waren sich einig, sich weiterhin mit einer Mund-Nasen-Abdeckung schützen zu wollen.“ Jede Lerngruppe beantworte die Maskenfrage demnach im gemeinsamen Gespräch. „Außerdem rate ich den Kindern, sich mit ihren Eltern zu besprechen.“

Zwischen den einzelnen Unterrichtsstunden versuchen die Lehrer, kurze Lüftungspausen einzuschieben. Die Kinder gehen dann auf den Schulhof und werden dort von den Lehrern eingesammelt und in den Klassenraum gebracht. „Das klappt gut, außerdem können wir in allen Räumen gut lüften“, sagt Busche. Dasselbe gelte fürs Lehrerzimmer, in dem die Pädagogen schon mal ihre Masken abnehmen, wenn es so leer ist, dass Abstände eingehalten werden können. Und wie sieht es mit dem Impfen aus? Das Kollegium der Realschule ist durchgeimpft bis auf wenige Ausnahmen, die nicht geimpft werden können. Bei den Schülern im impffähigen Alter schätzt Dirk Busche die Quote auf 20 bis 25 Prozent, „Tendenz steigend“.

Beim Blick in die Räume des Städtischen Meerbusch-Gymnasiums in Strümp zeigte sich am Dienstag dasselbe Bild wie an den beiden anderen Schulen: Nur vereinzelt saßen Schüler ohne Maske am Platz. „Wir haben den Kindern sehr deutlich gesagt, dass sie die Maske absetzen dürfen, wenn sie sich damit wohlfühlen“, betont Pädagogin Svenja Schouren. „Sie können das selbst entscheiden – ohne jegliche Konsequenzen.“ Die Lehrerin selbst trägt ihre Maske ebenfalls weiter, überlegt aber: „Vielleicht werde ich sie im Fremdsprachenunterricht demnächst mal ablegen – zumindest zeitweise .“