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Meerbusch: Schüler auf Einsteins Spuren

Meerbusch : Schüler auf Einsteins Spuren

Die 21 Schüler des Physik-Leistungskursus am Städtischen Meerbusch-Gymnasium begeben sich derzeit auf die Spuren der Relativitätstheorie von Albert Einstein. Weil das nicht ganz einfach ist, helfen Computersimulationen.

Marvin macht seine Maschine bereit zum Start. Über eine tropische Insellandschaft hinweg steuert er das Flugzeug immer schneller. Die kleinen Archipele mit weißen Sandstränden und Palmen rasen unter ihm hinweg. Und dann geschieht etwas seltsames: Der Horizont scheint sich zu wölben, bis er eine Kugel formt. Wie das sein kann, erklärt Physiklehrerin Inga Silz: "Wenn man fährt oder fliegt, hat man das Gefühl, dass alles auf einen zurast, bei höherer Geschwindigkeit nimmt das zu. Durch die höhere Geschwindigkeit kann der Lichtstrahl, den wir mit dem Auge wahrnehmen können, an dem Körper vorbei und so bekommen wir den Eindruck, dass sich die Gegenstände drehen." Mit "Körper" können in diesem Fall Häuser, Gegenstände, Menschen gemeint sein.

Relativistisches Sehen heißt das Phänomen, das die LK-Schüler zurzeit im Unterricht untersuchen. Die Simulationen sollen es ihnen einfacher machen, zu verstehen, wie sich Objekte optisch verändern, wenn man mit beinahe Lichtgeschwindigkeit reisen könnte. Die Lichtgeschwindigkeit ist für die meisten Menschen – abgesehen von Wissenschaftlern, die sich intensiv damit beschäftigen – nur schwer vorstellbar, sie beträgt 300 000 Kilometer pro Sekunde.

Wie das wirkt, können die Schüler auch auf einem Ergometer testen, das an einen Computer angeschlossen ist. Dabei sieht der Fahrer vor sich eine Simulation der Altstadt von Göttingen. Je kräftiger er in die Pedale tritt, umso näher erreicht er die animierte Lichtgeschwindigkeit, die alten Fachwerkhäuser wirken wie zum Kreis gebogen.

Das Einsteinmobil wird seit sechs Jahren von der Stiftung Interaktive Astronomie und Astrophysik an Schulen "ausgeliehen" und soll den Schülern den Einstieg in die Relativitätstheorie erleichtern. "Das ist schon eine der anspruchsvollsten Materien", sagt Lehrerin Silz. Den Schülern macht der Unterricht mit den Simulationen augenscheinlich Spaß, sie diskutieren lautstark über verschiedene Lösungen. "Man kann sich das mit den Simulationen besser vorstellen", findet Juliane Winkler (17). Ganz einfach ist der Stoff dennoch nicht. Aber das bedeutet schließlich auch eine Herausforderung.

Schulen können sich als Teilnehmer beim Einsteinmobil bewerben und das Zubehör mit Programmen und Unterrichtsmaterial anfordern. Mehr Informationen gibt es unter www.einsteinmobil.de.

(RP)