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Meerbusch: Schließt das Wahllokal, beginnt die Arbeit

Meerbusch : Schließt das Wahllokal, beginnt die Arbeit

Morgen in vier Monaten ist Landratswahl. Die Stadt Meerbusch sucht wieder Wahlhelfer. Bettina Scholten ist eine, die schon 15 Wahlsonntage in Wahllokalen als Helferin zugebracht hat

Jeder kann bei der Gestaltung der Zukunft ein Wörtchen mitreden. Das geht ganz einfach: wählen gehen! Am 13. September ist es wieder so weit. Dann wird im Rhein-Kreis Neuss ein Landrat gewählt. Dafür werden in Meerbusch aktuell ehrenamtliche Helfer in den Wahllokalen gesucht.

Eine, die sich seit vielen Jahren als Wahlhelferin engagiert, ist Bettina Scholten. "Wahlen sind für mich die beste Form der Bürgerbeteiligung an politischen Prozessen", sagt die 48-Jährige. Sie möchte dazu beitragen, dass am Wahltag alles glatt läuft. Darum ist sie regelmäßig dabei.

15 Wahlsonntage hat sie bislang in ihrem Leben als Helferin in einem Wahllokal verbracht. An dem Tag heißt es dann: Früh aufstehen. Um acht Uhr morgens öffnen die Wahllokale. Aber die Wahlhelfer sind schon viel früher da. Schließlich muss alles hergerichtet werden: Tische zurechtrücken und Unterlagen wie etwa das Wählerverzeichnis bereitlegen, Platz für Wahlkabinen abteilen und die Wahlurne aufstellen. Eine weitere wichtige Aufgabe am Morgen ist, Schilder im Umfeld des Wahllokals aufhängen - damit Wähler den Weg dorthin auch nicht verfehlen.

Gegen 7.30 Uhr trifft sich dann das komplette Team. Pro Wahllokal sind sechs Helfer vorgesehen: Ein Wahlvorsteher, ein Schriftführer -jeder von ihnen hat einen Vertreter. Hinzu kommt ein Beisitzer. Mindestens drei Helfer müssen den ganzen Sonntag über im Wahllokal präsent sein. Sie überprüfen Wahlbenachrichtigungen oder die Personalausweise, kontrollieren die Wahlberechtigung mit Hilfe des Wählerverzeichnisses und geben Auskünfte allgemeiner Art.

Im Laufe des Tages wird jeder für eine längere Pause abgelöst. Am späten Nachmittag finden sich alle wieder ein. "Mit Schließung der Wahllokale um 18 Uhr fängt die eigentliche Arbeit erst an", sagt Scholten. Denn dann müssen die Stimmen ausgezählt werden. "Das ist eine verantwortungsvolle Tätigkeit, die viel Sorgfalt erfordert." Gleichzeitig treibt aber auch der Ehrgeiz, das Stimmergebnis möglichst schnell an die Wahlleitung durchzugeben. Denn damit ist Feierabend. "Der längste Einsatz an einem Wahlsonntag endete für mich einmal erst um 22.30 Uhr", berichtet die Mutter einer 14-jährigen Tochter. Bei einer einfachen Wahl ist die Stimmauszählung aber oft schon nach einer halben Stunde beendet.

Als langweilig empfindet Scholten die Zeit sonntags im Wahllokal mitnichten. "Am Rande gibt es immer wieder Gelegenheit, mit interessanten Leuten ins Gespräch zu kommen." Oft sei es auch so, dass Wahlteams schon seit langer Zeit zusammenarbeiten und bestens miteinander auskommen. "Dann wird auch zwischendurch bei Gelegenheit viel erzählt und gelacht." Häufig bringe der eine Kuchen mit, der nächste Süßigkeiten und ein anderer frisches Obst. "Es geht also richtig gemütlich zu", betont Scholten. Für die im September anstehende Landratswahl werden in Meerbusch Wahlhelfer gesucht. "Wir werden zunächst die Helfer der letzten Wahlen ansprechen", sagt Stadtsprecher Michael Gorgs. Da aber nie alle Wahlhelfer wieder zur Verfügung stehen, sind neue Helfer immer willkommen.

In Meerbusch gibt es nach Angaben von Gorgs 27 Wahllokale, die meisten davon mit neun in Büderich. Wahlhelfer müssen Deutsche oder EU-Bürger und am Wahltag mindestens 16 Jahre alt sein. Ihr Hauptwohnsitz muss in Meerbusch sein. Sie sollten ein freundliches und vermittelndes Auftreten haben.

Jeder Wahlhelfer bekommt ein sogenanntes Erfrischungsgeld. Es wird nach Angaben von Holger Reith vom Wahlamt der Stadt Meerbusch für den Wahlvorsteher und Schriftführer bei voraussichtlich 70 Euro und für Beisitzer bei voraussichtlich 50 Euro liegen. Wer sich als Wahlhelfer bei der Landratswahl in Meerbusch engagieren möchte, kann sich per E-Mail an wahlamt@meerbusch.de melden.

(RP)