Saisoneröffnung des Meerbuscher HV mit Sport und Benefiz

Saisoneröffnung MHV : Handball und Benefiz zum Saisonauftakt

Bei der Typisierungsaktion des Meerbuscher HV ließen sich am Samstag 126 Freiwillige registrieren. Die 22:25-Niederlage des MHV im Auftaktspiel gegen die TG 81 Düsseldorf rückte dabei in den Hintergrund.

Vor dem Stand der DKMS am Eingang der Sporthalle des Mataré-Gymnasiums in Büderich hat sich eine lange Schlange gebildet. Alle sind gekommen, um zu helfen. „Ich wollte mir sowieso das Handballspiel meiner ehemaligen Teamkollegen anschauen. Und wenn ich schon mal hier bin, ist doch klar, dass ich mich auch registrieren lasse“, sagt Felix Ledwon. Er ist einer von 126 Menschen, die sich am Samstag bei der Saisoneröffnung des Meerbuscher HV als potenzieller Stammzellspender in die DKMS aufnehmen haben lassen.

„Mit so einem Andrang haben wir nicht gerechnet. Wir sind mit der Zahl sehr zufrieden“, sagt MHV-Geschäftsführer Markus Knychas. Die Typisierungsaktion war der Startschuss der Kooperation mit der DKMS, die sich in dieser Saison bei allen zehn Mannschaften des Handballvereins aus Büderich als Sponsor auf den Trikotärmeln wiederfindet.

Am DKMS-Stand nahmen Helfer die Daten der Freiwilligen auf, erklärten ihnen die Vorgehensweise und gaben steril verpackte Wattestäbchen heraus. Drei davon waren pro Person für den Wangenabstrich notwendig. Jedes Stäbchen musste für jeweils eine Minute über die Schleimhäute im Mund geführt werden. Alle drei wurden dann zusammen mit den Daten des potenziellen Stammzellenspenders eingetütet und der DKMS zugesandt. 35 Euro kostete jede Typisierung, bei der die Gewebemerkmale bestimmt werden, über die ein möglicher Stammzellenspender für einen an Blutkrebs erkrankten Menschen gefunden werden kann. Den Großteil der Kosten am Samstag übernahmen die Stadtwerke Meerbusch, die die Aktion gemeinsam mit dem MHV und der DKMS initiiert hatten.

Claudia Gross kam gemeinsam mit ihrer Tochter Carolin Klingen vorbei. Mitte Juni wurde bei der 64-jährigen Büdericherin eine Form der chronischen Leukämie diagnostiziert. Auf Grund ihrer Erkrankung kann sie derzeit ihre berufliche Tätigkeit als Lehrerin an der St.-Mauritius-Grundschule nicht ausüben. Zwar geht es ihr den Umständen entsprechend gut, doch ohne eine Knochenmarktransplantation ist ihre Krankheit nicht heilbar. „Wir klammern uns an jedem Strohhalm. Deshalb sind dem Meerbuscher HV für die gesamte Aktion und allen Leuten, die hier freiwillig mitgemacht haben, sehr dankbar“, sagt Tochter Caroline Klingen.

Auch alle Spieler des Handball-Bezirksligisten ließen sich vor ihrem Auftaktmatch als mögliche Stammzellenspender in die DKMS-Datei aufnehmen. Vielleicht ging dadurch der Fokus auf das Sportliche ein wenig verloren geht, denn die Meerbuscher unterlagen der TG 81 Düsseldorf mit 22:25 (12:11). „Wir hatten eine zu hohe Fehlerquote. Zudem konnten wir unsere eigentliche Stärke, die Tempogegenstöße, kaum anbringen, da viele Spieler grippegeschwächt in die Partie gegangen sind“, sagte MHV-Coach Carsten Kuhlwilm.

Zwar konnte sein Team das Spiel lange Zeit ausgeglichen gestalten, in der Schlussphase erwiesen sich die Gäste aus Düsseldorf jedoch als effektiver. „Natürlich sind wir enttäuscht über diese Niederlage. Doch an diesem Tag stand etwas Wichtigeres im Vordergrund. Mein Dank gilt deshalb allen Menschen, die sich an diesem Tag durch ihre Registrierung für an Blutkrebs erkrankte Menschen einsetzen und so möglicherweise ein Leben retten“, sagte Markus Knychas.

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