Meerbusch: Säureanschlag auf Fußballfeld

Meerbusch : Säureanschlag auf Fußballfeld

Unbekannte haben den neuen Strümper Kunstrasenplatz mit einer ätzenden Flüssigkeit attackiert und dabei offenbar versucht, den Platz in Brand zu stecken. Es ist bereits der zweite Schaden dieser Art. Die Polizei ermittelt.

Schock für den SSV Strümp: Unbekannte haben zwischen Freitagabend und Samstagnachmittag ätzende Flüssigkeit auf das neue Kunstrasenfeld geschüttet und offenbar versucht, den Platz in Brand zu stecken. Der Kunstrasen erwies sich jedoch als äußerst schwer entflammbar. Zurück blieb ein etwa neun Meter langer und bis zu zwei Meter breiter Schaden neben dem Elfmeterraum auf der zum Gymnasium hin gelegenen Platzseite. Kunsthalme und Granulat verschmolzen dort zu einer dunklen, harten Masse.

Die Stadt als Inhaberin der Anlage erstattete gestern Anzeige gegen Unbekannt. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf. Was genau auf dem Spielfeld verschüttet wurde, ist noch nicht klar. Die Beamten sprechen von einer "ätzenden Flüssigkeit". Möglicherweise handelt es sich um flüssigen Grillanzünder, der später in Brand gesetzt wurde. Das würde die Art der Beschädigung erklären.

SSV-Präsident Karl-Heinz Rütten ist erbost über den Anschlag. Der Verein hat jahrezehntelang auf den Platz gewartet. Erst Anfang Juli war das Spielfeld mit der Stadtmeisterschaft der Jugend-Kicker offiziell eröffnet worden. Beim SSV diskutiert man über eine Belohnung für Hinweise auf die Täter.

SSV Strümp und Stadt wollen nun den Einbau eines Tors beschleunigen, um die Anlage nachts verschließen zu können. "Es ist schon bestellt", sagt Stadtsprecher Michael Gorgs. Damit das Tor eingebaut werden kann, muss allerdings noch die Zufahrt gepflastert werden. SSV-Chef Rütten hält zudem eine Videoüberwachung zumindest des Torbereichs für sinnvoll.

Zurzeit wird der Platz von der ersten Mannschaft als Trainingsstätte genutzt. Viel Zeit zur Reparatur ist nicht: Das erste Heimspiel der Strümper in der Bezirksliga Niederrhein soll am 24. August gegen den Hülser SV stattfinden. Stadtsprecher Gorgs geht davon aus, dass die Versicherung für die Verlegung der neuen Kunstrasen-Segmente aufkommen wird.

Es war bereits der zweite Brandschaden auf der Anlage. Vor einigen Wochen war schon einmal eine angebrannte Stelle im Mittelkreis gefunden worden, gesäumt von leeren Flaschen. Das fußballgroße Loch ist noch sichtbar.

Der SSV-Chef hat keinen konkreten Verdacht. Er weist aber darauf hin, dass regelmäßig Gruppen von Jugendlichen auf dem Fouesnantplatz beobachtet werden, die dort Unfug treiben und sich beispielsweise lautstarke Wettrennen mit Autos lieferten. Anwohner hätten deswegen auch schon die Polizei gerufen. Die Polizei bittet Zeugen, sich mit der Kripo in Neuss unter der Rufnummer 02131 3000 in Verbindung zu setzen.

(RP/rl/jco)
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