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Meerbusch: Rückschlag für Ostara-Projekt

Meerbusch : Rückschlag für Ostara-Projekt

Die geplante nördliche Erschließungsstraße des Neubaugebiets Ostara kann nicht wie angedacht gebaut werden, weil ein Eigentümer keine Flächen verkaufen möchte. Nun wird neu geplant.

OSTERATH Der geplanten Bebauung der Ostara-Brache mit 4000-Quadratmeter Frischemarkt und Wohnungen rollen immer neue Steine in den Weg. Erst das GMA-Gutachten, das den Frischemarkt fragwürdig erscheinen lässt. Dann der Kommunalwahl-Einbruch der CDU als einziger für den großen Frischemarkt kämpfenden Partei — und jetzt gibt es auch noch Probleme mit der Erschließung des Geländes von Norden aus.

Damit der Winklerweg verlegt und als breite Straße östlich der heutigen Einmündung auf die Strümper Straße treffen kann, ist der Kauf von Privatgrundstücken nötig. Doch der Investor — die Immobiliengesellschaft Carat — biss sich am Eigentümer dieser Flächen buchstäblich die Zähne aus. Folge: Es muss neu geplant werden.

Verkehrsknoten Winklerweg?

Das betrifft auch den Entwurf für die Bebauung. Die östlich des heutigen Winklerwegs geplanten Häuser würden auf die westliche Seite gezogen. Die nördliche Anbindung des Neubaugebiets würde dann über die Trasse des heutigen Winklerwegs laufen. Der müsste natürlich entsprechend breiter ausgebaut werden und würde in einer großen Ampelkreuzung in die Strümper/Kapellenstraße münden. Für die breitere Straße müssten Teile von mehreren Wohnhäusern abgerissen werden. Eine Mehrheit aus CDU und Grünen beschloss im Planungsausschuss, dass die Verwaltung den Entwurf zunächst weiter ausarbeiten soll. FDP und SPD hätten lieber lediglich einen Prüfauftrag erteilt, um die Ergebnisse später zu diskutieren.

Die SPD favorisiert weiterhin den ursprünglichen Entwurf der Nord-Erschließung: "Wir wollen die Verlegung des Winklerwegs. Wenn Verhandlungen nicht zum Grundstücksverkauf führen, gibt es noch andere Instrumentarien", meinte SPD-Ratsherr Hans-Werner Schoenauer. Er spielte damit auf ein denkbares Umlegungs- oder Enteignungsverfahren an. Einen Verkehrsknoten zwischen dem heutigen Winklerweg und der Strümper Straße lehnte Schoenauer ab.

FDP: "Mit Eigentümer reden"

"Wenn der Investor nicht weiterkommt, soll die Stadt mit dem Eigentümer reden", schlug FDP-Ratsherr Klaus Rettig vor. "Das ist aussichtslos", antwortete Fachbereichsleiter Bernd Gatzlik überzeugt.

"Der neue Plan lohnt, begutachtet zu werden", erklärte CDU-Fraktionschef Werner Damblon die Entscheidung der CDU.

Doch was passiert, wenn das ganze Frischemarkt-/Ostara-Konzept platzt? — Ein Szenario, das immer realistischer wird. Die FDP hat die Verwaltung gebeten, schon einmal alternative Planungen zu erarbeiten. Voraussichtlich wird sich der Planungsausschuss — dann schon in neuer Besetzung — in den letzten Wochen des Jahres zu einer Sondersitzung treffen, um sich die Vorschläge der Verwaltung anzuhören.

(RP)