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Rückblick: Was die Meerbuscher 2019 bewegte

Rückblick : Das sind die Meerbuscher Bilder des Jahres 2019

Pferdegalopp in Büderich und Proteste in Osterath. Außerdem die Frage: Wer folgt auf Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage?

Momente zum Lachen, kleine und große Streitereien, Wehmut und jede Menge Ereignisse, die garantiert noch länger in den Köpfen bleiben. Weil sie in dem Moment wichtig waren. Oder weil sie auch in Zukunft das Leben in Meerbusch in irgendeiner Form prägen werden. Das Jahr 2019 hatte viel zu bieten.

Los ging’s im wahrsten Wortsinne rasant: Acht Pferde büxten am 14. Januar aus einer Pferdepension in Nierst aus und galoppierten quer durch die Stadt, unter anderem über die Dorfstraße in Büderich. Da war mal richtig PS auf der Straße... Das Ganze hätte tatsächlich schlimm ausgehen können. Aber wie durch ein Wunder kam niemand zu Schaden: weder Pferde noch Menschen.

Seit Ende Januar müssen Parker auf dem Dr.-Franz.Schütz-Platz zahlen und ein Ticket ziehen. Der Ärger war riesig, die Automaten zickten oft rum (und tun es immer noch), die Parkautomaten-Gegner prophezeiten, dass nun niemand mehr auf dem Platz parken würde. Aber irgendwie hat sich der Ärger  gelegt, der Parkplatz ist meistens voll. Und nun will sich die Politik sogar ein Konzept für den Platz im Büdericher Zentrum überlegen.

Die SPD Meerbusch konnte im Juca/Halle 9 noch ihren Frühjahrsempfang feiern, am 1. April war dann aber endgültig Schluss in der beliebten Veranstaltungshalle. Der erste neue Mieter hatte nicht mit so viel Gegenwind aus der Politik gerechnet und schmiss deshalb wieder hin. Aber schon bald darauf fand sich ein neuer Interessent, der auch geblieben ist. Seitdem ist das Juca ein Showroom für Kindermode und die Stadt weiter auf der Suche nach einer neuen Veranstaltungshalle.

Umweltschutz spielt auch in Meerbusch eine immer größere Rolle: Seit April hat Meerbusch eine Baumschutzsatzung, die ab Januar greift. Man darf gespannt sein, was sich dann ändert.

Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage Ende April beim Spatenstich zum Ausbau der A 57. Ende Oktober gab sie bekannt, dass sie nicht wieder antritt. Foto: ena
Ein unbekannter Mäzen hat angekündigt, den Neubau der Brücke Latumer See zu finanzieren. Seit April ist das alte Bauwerk schon abgerissen. Foto: Verena Bretz
Die Stadt bleibt nun doch Betreiber des Stadtarchivs Meerbusch. Foto: RP/Anke Kronemeyer
Künstler Will Brüll bei einer Ausstellung in der Teloy-Mühle. Foto: Dackweiler, Ulli (ud)
Magda Schwarz in ihrem gleichnamigen Café Schwarz. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)
Helmut Gebhardt, ein Spielmann mit Herz und Seele. Foto: Dackweiler, Ulli (ud)
Mit Heinrich Westerlage (l.), und Helmut Fiebig wurden zwei lang gediente „Verwaltungs-Klassiker“ in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Stadt Meerbusch
Der Meerbuscher Wolfgang Miller kämpft seit Beginn der Planungen gegen den Konverter in Osterath. Eine Aktion im Jahr 2019: Die Protestler verteilten gelbe Warnwesten. Die Westen hängen seitdem auch an einigen Osterather Bäumen. . Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)
Claus Klein, Leiter Service Immobilien, und Architektin Ruth Eichmann im Alten Rathaus Büderich, das für 1,5 Millionen Euro saniert wird. Foto: RP/Anke Kronemeyer
Karl Trautmann kandidiert als Bürgermeister für die FDP. Foto: Jochen Rolfes/www.jochenrolfes.de
Marcel Winter (parteilos) will neuer Bürgermeister werden. Foto: Verena Bretz
Bettina und Thomas Breuker haben die Halle 9 als Showroom gemietet. Foto: RP/Anke Kronemeyer

Ein Thema, das die Meerbuscher auch in 2020 weiter in Sorge versetzen wird, ist der geplante Konverterbau in Osterath. Netzbetreiber Amprion steht unter Zeitdruck, will nicht mehr diskutieren und hat den entsprechenden Antrag eingereicht, um die Anlage auf jeden Fall auf den Osterather Feldern zu bauen. Seitdem wird fieberhaft geprüft und nach Möglichkeiten gesucht, wie sich der Bau noch verhindern lässt. Aber eigentlich haben viele schon längst aufgegeben und scheinen sich damit abgefunden zu haben, dass der Konverter kommt. Mehr Erfolg mit ihrem Protest hatten die Freunde des Stadtarchivs aus Meerbusch: Zuerst erreichten sie, dass die neuen Archivräume in Meerbusch bleiben, und in der letzten Ratssitzung stimmte dann sogar die Mehrheit überraschend dafür, dass die Stadt auch Betreiber des Archivs bleibt – und nicht der Kreis. Letzteres wäre der Wunsch von Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage gewesen. Apropos: Für sie geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende, und das kommende wird noch emotionaler: Denn die Verwaltungschefin hatte Ende Oktober  angekündigt, dass sie 2020 nicht mehr kandidieren wird. Für diese mutige und menschliche Entscheidung gab es bislang viel Respekt und beste Wünsche über alle Parteigrenzen hinweg. (ena)