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Serie Neue Mobilität: RP-Leser: "Wir lassen unser Auto stehen"

Serie Neue Mobilität : RP-Leser: "Wir lassen unser Auto stehen"

Einen Monat lang testen acht Meerbuscher RP-Leser Mobilitäts-Angebote: Car- und Bike-Sharing sowie Bus und Bahn stehen bei ihnen auf dem Prüfstand. Eines vereint alle Teilnehmer: Vom morgendlichen Stau haben sie genug

Im Auftrag der Rheinischen Post testen derzeit acht Meerbuscher Leser drei verschiedene Mobilitäts-Angebote. Ausgestattet mit kostenlosen Bus- und Bahntickets sowie Freiminuten für Car-Sharing und Bike-Sharing bestreiten sie ihren Alltag im Mai ganz ohne Auto. Ewig lange Staus auf dem Weg zur Arbeit und dann noch die zeitraubende Parkplatzsuche - dieses morgendliche Ärgernis vereint viele Teilnehmer. Deshalb fällt es ihnen nicht schwer, den Wagen zu Hause stehenzulassen und neue Angebote auszuprobieren.

Die meisten Tester arbeiten in Düsseldorf, so auch Carola Merten, die oft "genervt" ihren Arbeitstag beginnen muss. "Ich fahre von der A44 über die Flughafenbrücke Richtung Düsseldorf. Jeden Morgen stehe ich im Stau, entweder direkt auf der Autobahn oder später in der Stadt", erklärt sie. Daher möchte Merten die Testphase nutzen, um bessere und vor allem entspanntere Wege zur Arbeit zu finden.

Auch Norbert Düppers hat rund 40 Jahre in Düsseldorf gearbeitet und kennt die Hürden auf dem Weg zur Arbeit und zurück nur zu gut. Im Arbeitsalltag merkte er schnell: "Ich brauche gar kein Auto, Bahnfahren ist viel entspannter." Es dauere zwar deutlich länger, aber dafür komme man ausgeruhter, besser gelaunt und in den meisten Fällen pünktlich um 8 Uhr an den Arbeitsplatz. "Die Taktung der Bus- und Bahnlinien wurde in den letzten Jahren auch immer dichter und zuverlässiger", sagt Düppers und fühlt sich bestätigt. "Für die Freizeit oder den Großeinkauf ist das Auto vielleicht notwendig, aber nicht im Berufsalltag."

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Für Teilnehmerin Ursula Chailié geht der Ärger morgens schon auf den Meerbuscher Straßen los. "Der Stau beginnt schon vor der Bahnschranke an der Haltestellean Haus Meer", sagt sie. "Termine einzuhalten kann dann manchmal sehr schwer werden. Die Zuverlässigkeit und Flexibilität fehlen einfach."

Aber der teils schwierige Weg zur Arbeit ist für die Teilnehmer nicht das einzige Argument, um auf Alternativen umzusteigen. Heinrich Gospos hat bereits viel von Car-Sharing-Angeboten gesehen oder gelesen. Er wurde neugierig: "Überall in den Städten stehen diese kleinen Autos auf den Straßen. Das wollte ich unbedingt selbst mal testen. Vielleicht ist es ja wirklich günstiger. Schauen wir mal."

Sabine Mertens kann sich im öffentlichen Nahverkehr oder in den Leihautos auch eine gute Lösung für die Freizeit vorstellen. "Wenn ich mal in Düsseldorf ausgehen möchte, kann ich das Auto stehenlassen und muss mich nicht noch am Wochenende mit der lästigen Parkplatzsuche beschäftigen. Außerdem sind die Parkgebühren in Düsseldorf einfach zu teuer."

Auch eine Kombi-Lösung wäre für Mertens vorstellbar, also von Meerbusch nach Düsseldorf mit der Bahn, danach weiter im kleinen Leihauto. "Dann kann ich es abstellen und muss mich nicht mehr darum kümmern. Das finde ich sehr praktisch."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese RP-Leser lassen einen Monat ihr Auto stehen

(RP)