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Meerbusch: Roter Husar schießt den Vogel ab

Meerbusch : Roter Husar schießt den Vogel ab

"Lang lebe der König!" Thomas II. Bergmann von den Roten Husaren 1986 ist der neue Schützenkönig von Büderich, und die gesamte Bruderschaft ist im Freudentaumel.

Der Rotuniformierte eilt zielstrebig durch die Menge. Am Ziel angekommen, nimmt er das Gewehr, zielt, drückt ab — daneben. Ruhe. Die Menge bangt. Ein erneuter Versuch. Die rot-orangene Meerbusch-Fahne sowie die grüne Bruderschaftsfahne wehen eine Sekunde vorher kurz auf. Ein Zeichen. Der zweite Schuss — und die Metallplatte fällt. Es ist 20.02 Uhr. Jubel. Applaus. Grenzenlose Freude: "Lang lebe der König!" Thomas II. Bergmann von den Roten Husaren 1986 ist der neue Schützenkönig von Büderich, und die gesamte Bruderschaft ist im Freudentaumel.

Der 47-Jährige wird nun das Regiment ein Jahr lang anführen, an seiner Seite wird Königin Marlene (51) strahlen. "Ich war überrascht, dass es nicht auf Anhieb klappte", sagt König Thomas II. nur wenige Augenblicke nach dem Königsschuss ganz verblüfft. Der gelernte Zerspanungstechniker ist Schießmeister im Bezirksverband. Die Glücksgefühle übernehmen sofort die Kontrolle über den zweifachen Vater. Dabei ist seine Majestät nicht der einzige, der im Freudentaumel steckt.

Lisa Freitagsmüller hat kurz vorher den Jungschützenvogel von der Stange geholt. "Es war einfach eine Explosion. Ich habe das noch gar nicht realisiert", sagt die frisch gebackene Jungschützenkönigin 2012/2013. Ihre Hände zittern noch ein wenig. Die 21-Jährige gehört den Büdericher Musketieren 1992 an und ist Auszubildende im Einzelhandel. "Das wird der beste Hofstaat aller Zeiten", ist sich die Ehrendame von 2009 sicher. Auch Peter Ritter wird dazu beitragen, dass dieses Pfingstfest etwas ganz besonderes wird.

Der Minister von Ex-König Manfred Strutz aus der Jägerkompanie Eintracht ist der neue Ehrenkönig. "Das war ein langer Wunsch", sagt der Stadtverwaltungsangestellte im Bereich Schule. "Es hat 20 Jahre gedauert, bis er bei mir fiel." Die Büdericher Schützen brauchten wieder reichlich Gedult mehr als dreieinhalb Stunden dauerte das Vogelschießen. "Wir hatten die Vögel schon vor drei Wochen aufgehangen", erklärt Werner Jung, stellvertretender Vorsitzender der Bruderschaft.

"Sie waren hatten sich mit Feuchtigkeit vollgesaugt und wollten nicht runter." Der Berg der leeren Munitionspackungen am Schießstand ist daher wie die Freude in Büderich: phänomenal groß.

(RP)