Meerbusch: Rewe-Markt: "Wir werden kämpfen"

Meerbusch : Rewe-Markt: "Wir werden kämpfen"

850 gegen 4100 Quadratmeter: Der Osterather Rewe-Markt will das Duell gegen den geplanten Edeka-Frischemarkt für sich entscheiden. Im Rewe-Markt am Bommershöfer Weg ist alles etwas persönlicher als in vergleichbaren Großstadt-Märkten.

Die Kassiererinnen kennen ihre Stammkunden größtenteils mit Namen. Wenn Marktleiter Peter Kotlarski zwischen den Regalen steht, dauert es oft nur Sekunden, bis der 45-Jährige von Kunden angesprochen wird, die nach Änderungen im Sortiment fragen oder einfach ein bisschen reden wollen. Zurzeit ist der Markt aus dem Osterather Ortsbild kaum wegzudenken.

Doch am Horizont ballen sich dunkle Wolken zusammen: Kommt der geplante Edeka-Frischemarkt aufs Ostara-Gelände, locken dort 4100 Quadratmeter Verkaufsfläche mit zehntausenden Artikeln. Ein Kundenmagnet mit großem, eigenen Parkplatz. Der Rewe-Markt hat dagegen gerade mal gut 850 Quadratmeter und etwa 13 000 Artikel. Die Konzepte beider Märkte setzen vor allem auf Nahrungsmittel. "Ich habe nichts gegen Wettbewerb, aber das Verhältnis ist einfach unfair. Wir werden trotzdem kämpfen. Ich will diesen Standort nicht aufgeben", sagt Rewe-Marktleiter Peter Kotlarski.

Vor gut elf Jahren hat der Einzelhandelskaufmann den Markt am Bommershöfer Weg übernommen und reichlich Geld investiert. Kotlarski ist Franchise-Nehmer von Rewe. Das heißt, er verkauft selbstständig das Rewe-Sortiment und zahlt dem Handelskonzern für dieses Recht eine Gebühr. Der Markt bietet auch saisonale Waren regionaler Bauern (Kartoffeln, Erdbeeren,Spargel) an.

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Heute arbeiten im Rewe-Markt sechs Vollzeit- und zwölf Teilzeitkräfte, acht geringfügig Beschäftigte, sie kommen vor allem aus Osterath. Kotlarski bildet außerdem zwei Azubis aus. Der Markt ist im Ortsteil gut vernetzt, er unterstützt OSV und OTV, kooperiert mit der benachbarten Barbara-Gerretz-Grundschule und machte natürlich auch gestern beim Verkaufsoffenen Sonntag in Osterath mit.

Die Vorteile des Markts sieht Kotlarski in der Lage zwischen Fußgängerzone und städtischem Parkplatz (77 Plätze), im motivierten Team und der treuen Stammkundschaft. Montags bis samstags kann man dort von 7 bis 21 Uhr einkaufen. Kunden bekommen Waren auf Wunsch auch per Lieferservice gebracht — ohne Aufpreis.

Kotlarski beobachtet die Entwicklung des Frischemarkts genau. Bis 2011/12 muss er entscheiden, ob er weitere fünf Jahre am Ort bleibt. "Wenn der Frischemarkt kommt, werden wir mit attraktiven Angeboten dagegenhalten. Auch Rewe wird uns sicher den Rücken stärken", sagt Kotlarski, und fügt kämpferisch hinzu: "Wer sagt denn, dass der Edeka-Markt dort durchhält?" Er hofft, dass mehr Osterather Einzelhändler mitziehen und dem Frischemarkt Paroli bieten werden, statt einfach aufzugeben. Denn bei einer schleichenden Verödung des Ortskerns würde sich auch der Rewe-Markt nicht halten können.

Am 20. Mai ist die künftige Osterather Einzelhandelsstruktur Thema im Rat.

(RP)