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Meerbusch: Rettung durch Mittelinsel?

Meerbusch : Rettung durch Mittelinsel?

Nach zwei schweren Unfällen innerhalb weniger Stunden mit einem Toten und fünf Verletzten fordert der Bösinghovener Bürgerverein (erneut) Schritte zur Verkehrsberuhigung.

Der 21-jährige Motorradfahrer hatte keine Chance. Er war am Montag vergangener Woche mit seiner gleichaltrigen Sozia auf der Landstraße 386 ("An der Autobahn") in Richtung Strümp unterwegs. Als die beiden die Einfahrt nach Bösinghoven passieren wollten — dort sind 70 km/h erlaubt — kam ihnen ein Audi entgegen. Die Polizei nimmt an, dass die Autofahrerin (35) das Motorrad schlicht übersehen hat, als sie zum Linksabbiegen nach Bösinghoven ansetzte. Das Krad prallte gegen den Audi. Die beiden Motorradfahrer wurden schwer verletzt. Um sie zu versorgen, landete ein Rettungshubschrauber.

Dass es an der Stelle zu dem schweren Unfall gekommen ist, wundert Hubert Kräling, Vorsitzender des Bürgervereins Bösinghoven, keineswegs. Der Verein fordert schon lange, die Kreuzung zu entschärfen — und will nach dem erneuten Unfall einen weiteren Vorstoß bei Kreis und Land starten. Problem: Auf der langen, relativ geraden Landstraße wird nach Beobachtungen von Kräling gerast. Wer links nach Bösinghoven abbiegen wolle, müsse genau hinschauen, ob sich nicht plötzlich ein Fahrzeug mit hohem Tempo nähere.

Umbau schon 2005 gefordert

2005 hatte Kräling nach mehreren Unfällen den Landesbetrieb Straßenbau bereits zum Umbau der Kreuzung gedrängt. Antwort: "Weder die Unfallzahlen noch die Verkehrsbelastung rechtfertigen den Umbau". Nur Stellen mit "hoher Priorität" könnten in Angriff genommen werden. Angesichts des neuen Unfalls will Kräling nun wieder aktiv werden.

Wünschen würden sich die Bösinghovener eine Art Mittelinsel, die herankommenden Fahrern signalisieren würde, dass es dort eine Abbiegespur gibt und sie besser vom Gas gehen sollten. Auch mehr Radarkontrollen wären hilfreich, meint der ehemalige Polizist.

Erschreckt waren viele Bürger über das zeitliche Zusammentreffen zweier Unfälle. Fünf Stunden nach der Landung des Rettungshubschraubers überquerten zwei alkoholisierte Radfahrer (beide 21) aus Krefeld vom Bösinghovener See kommend die Kreisstraße Am Weiler Hof. Sie achteten nicht auf den Verkehr. Ein vorbeikommender Transporter erfasste einen von ihnen. Der junge Mann starb im Krankenhaus. Meerbuschs erster Unfalltoter in diesem Jahr.

Auch an dieser Stelle hatte der Bürgerverein ein Tempolimit gefordert. Die Geschwindigkeit war daraufhin vor etwa einem Jahr von 100 auf 70 begrenzt worden, was der Transporterfahrer auch einhielt. Letztlich wirkte hier der Übermut der jungen Leute tödlich. Tage später erinnern eine Kerze und die aufgesprühten Markierungen an den tödlichen Unfall. Frage des Tages

(RP)