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Meerbusch: Raumkunst ist planbar

Meerbusch : Raumkunst ist planbar

Welcher Stil passt wozu? Eine Frage, mit der Patrick Treutlein häufig konfrontiert wird. Gemeinsam mit seinen Kunden überdenkt er die Kombinationen. Eine Veränderung kann maßvoll oder revolutionär geschehen.

"Passen wir zu dem Kunden?" Diese Frage stellt sich Patrick Treutlein und sein Team, wenn es um die Beratung bei der Planung und Einrichtung von Wohn- oder Büroräumen geht. Wenn "die Chemie nicht stimmt", bleibe der Erfolg aus. Ein Bild von der Persönlichkeit der Menschen, die individuelle Beratung suchen, macht sich der in Büderich ansässige Raumausstatter in einem ersten Intensiv-Gespräch: "Ich muss wissen, wie jemand lebt, muss ihn einschätzen können." Danach richten sich die Vorschläge, in die persönliche Antipathien oder Affinitäten mit eingebunden werden.

Vermittler

Häufig spielt Treutlein auch den vermittelnden Part zwischen unterschiedlichen Ansichten der Kunden: "Das Ganze muss homogen ablaufen." Dabei geht es meistens nicht um die Anschaffung eines neuen Möbelstücks. Es geht um viel mehr – entweder um eine komplett neue Raumausgestaltung oder "die Überarbeitung bestehender Substanzen." Mobiliar wird schließlich nicht ständig erneuert. Und so kann es passieren, dass die Substanz 25 Jahre zählt. Hier stellt sich die Frage, soll es eine Evolution oder eine Revolution werden? Soll sich gemächlich ein neuer Stil entwickeln oder soll der aktuelle Wohn-Look unmittelbar entstehen?

Treutlein und seine sieben ausgebildeten Planer – Diplom-Ingenieure, Designer und Innenarchitekten – müssen herausfinden, ob das Biedermeier-Sofa integriert, der Barcelona-Chair mit Klassik kombiniert, die Einrichtungsgegenstände reduziert, ins Auge fallende Effekte erzielt oder ein Bruch zwischen Tradition und Moderne bewusst herbeigeführt werden soll.

"Beratung ist der Grundstein des Erfolgs", weiß der Interior-Fachmann. Er macht sich gern vor Ort ein Bild und geht mit einem unverbindlichen Entwurf in Vorleistung: "Das ist unser Investment." Eine komplette Ausplanung kann 400 bis 500 Arbeitsstunden und damit mehrere Monate in Anspruch nehmen. Für einen einzelnen Raum müssen je nach Auftrag auch 25 bis 30 Stunden gerechnet werden. Wenn es dann an die Umsetzung geht, kommt das ausgeprägte Netzwerk des Raumausstatter-Unternehmens zum Tragen. Vom Installateur bis zum Elektriker werden Dienstleistungsbetriebe – gerne aus dem regionalen Raum – vermittelt. In den Showrooms an der Dorfstraße kann der Kunde anhand von Musterpaletten auswählen, wie der Boden- oder textile Wandbelag, das Polstermöbel oder das Accessoire aussehen soll. Patrick Treutlein ermutigt: "Raumkunst ist planbar."

(RP)