Ratssitzung in Meerbusch: Rat ist geschlossen gegen den Konverter

Ratssitzung in Meerbusch: Rat ist geschlossen gegen den Konverter

Der Meerbuscher Stadtrat hat sich Donnerstagabend geschlossen gegen den Bau des geplanten Konverters in Osterath ausgesprochen - und das gesamte Planungsverfahren scharf kritisiert.

Die Ratsmitglieder verabschiedeten eine Resolution gegen den Konverterbau. Der Netzbetreiber Amprion plant auf einem Feld am Ingerweg den Bau eines Konverters mit 100.000 Quadratmeter Grundfläche. Er soll unter anderem auch dazu dienen, Strom aus Braunkohle in die geplante Stromautobahn einzuspeisen. Es würde Meerbuschs größtes Gebäude.

"Wir lehnen den Standort Osterath als absolut ungeeignet ab", erklärte Werner Damblon, Fraktionsvorsitzender der CDU. Er kritisierte: "Das Verfahren ist wahrlich kein Lehrstück in Demokratie. Wir fühlen uns hinter die Fichte geführt." Zwar liege noch keine Detailplanung vor, doch bereits am 2. November laufe die Einwendungsfrist gegen die Planung ab - das passe nicht zusammen. Nie sei die Stadt, seien die Politiker von Bundesnetzagentur oder Amprion auf den geplanten Konverter hingewiesen worden. "Die Information war gleich null."

Die SPD kritisierte, dass Amprion auch bei Sitzungen des Kreises und des Regionalrates nicht auf den geplanten Konverterbau hingewiesen habe. Christian Staudinger-Napp (UWG) fragte nach der Fürsorgepflicht der Bundesnetzagentur. Deren Sprecher erklärte, seine Behörde nehme jede Einwendung gegen den Konverter sehr ernst.

Auch im weiteren Verfahren hätten Stadt und Bürger weitere Möglichkeiten zur Einwendung. Bürgermeister Dieter Spindler (CDU) räumte im Rat ein, dass es ein Fehler gewesen sei, zwar im Juli die Ratsfraktionen, nicht aber die Öffentlichkeit über den geplanten Konverter informiert zu haben.

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