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Meerbusch: Raststätte Geismühle nicht vor 2020 fertig

Meerbusch : Raststätte Geismühle nicht vor 2020 fertig

Die Pläne zur Erweiterung der "Tank- und Rastanlage Geismühle" liegen derzeit beim Ministerium. Wenn der Bund grünes Licht für das 22 Millionen Euro teure Vorhaben gibt, dauert es mindestens sechs Jahre, bis die Arbeiten abgeschlossen sind

Der Komplettumbau der Autobahnraststätte Geismühle bei Bösinghoven für rund 22 Millionen Euro dürfte nach derzeitigem Stand nicht vor dem Jahr 2020 abgeschlossen sein. Derzeit liegt der Vorentwurf zur Genehmigung beim Bundesverkehrsministerium. Wann und mit welchen Prüfbemerkungen versehen, die Unterlagen wieder bei den Planern von Straßen.NRW eintreffen, sei nicht abzusehen, erklärte Projektleiter Michael Kaufmann auf Anfrage unserer Zeitung.

Die öffentliche Diskussion über das Projekt dauert schon rund 15 Jahre. Ursprünglich hätte schon längst mit dem Bau begonnen werden sollen. Die Verwirklichung lässt jedoch immer noch auf sich warten. Kaufmann und seine Kollegen warten nun auf grünes Licht aus Berlin. Dann können sie die Pläne fertig stellen und an die Bezirksregierung Düsseldorf übergeben, die ein Planfeststellungsverfahren eröffnet. Bis zum so genannten Planfeststellungsbeschluss vergehen dann rund zwei Jahre. Die Vorbereitungen zum Start der Bauarbeiten dauern dann noch einmal ein bis eineinhalb Jahre, und die reine Bauzeit zweieinhalb Jahre.

So sieht die Planung für die Raststätte Geismühle aus. Der kleine rote Punkt links neben dem roten Viereck (Rasthofneubau) ist der Standort für eine neue Kapelle. Foto: Straßen NRW

Der Umbau der Raststätte Geismühle steht unter der Überschrift: Nichts bleibt, wie es ist. Gebäude werden abgerissen, neue gebaut, Rampen gefertigt, Kreisverkehre angelegt, Lärmschutz errichtet und eine Brücke versetzt.

Der Standort der "Tank- und Rastanlage Geismühle" — wie es offiziell im Behördendeutsch heißt — wird komplett Richtung Norden verschoben. Die Landstraße 386, die über die Autobahn 57 führt, muss ebenfalls gen Norden versetzt werden. Am Ortseingang Oppum entsteht ein Kreisverkehr mit einer Ausfahrt auf die Bösinghovener Straße nach Meerbusch.

Westlich der Autobahn 57, die sechsspurig ausgebaut werden soll, bleibt nur die Tankstelle stehen. Alle Gebäude und Stellplätze verschwinden. Kapelle und Mühle sind von der Raststätte aus nicht mehr zugänglich, berichtet Kaufmann. Stattdessen führt eine Rampe über die Autobahn auf die Ostseite, auf der alles neu gebaut wird. Rasthof, Sanitärhaus für Lkw-Fahrer, Grün- und Versickerungsflächen, Anlagen für Ölabscheider, die mit Kraftstoffen verunreinigtes Regenwasser reinigen, und vielleicht auch eine neue Kapelle für die Reisenden. "Dazu bedarf es einer gesonderten Genehmigung des Ministeriums", erklärt Kaufmann. Sollten keine Einwände geäußert werden, plant Straßen.NRW einen Architekturwettbewerb auszuloben, um ein in der Gestaltung besonderes Bauwerk zu erreichten.

Die neue Raststätte, die über die mit 4,50 Meter hohen Lärmschutz versehene Rampe auch für Schwertransporte zu erreichen sein soll, bietet Platz für 207 Pkw und 159 Busse und Lkw. Das sind rund 200 Stellflächen mehr als zuvor. Der Verkehr auf dem Raststättengelände soll dann über einen Kreisverkehr verteilt werden.

Am Lärmschutz, der grundsätzlich Zustimmung findet, wurde im Vorfeld beklagt, dass er den Zugang sowohl zur Mühle als auch zur denkmalgeschützten, bisherigen Autobahnkapelle auf der Westseite abschneide. Sollten von Betroffenen nach der Erteilung des Planfeststellungsbeschlusses Klagen gegen das Vorhaben bei den Verwaltungsgerichten eingehen, könnte das die Realisierung des Ausbaus weiter verzögern. Dann wäre das Fertigstellungsjahr 2020 Makulatur.

(RP)