Meerbusch: Rameil auf Spurensuche

Meerbusch: Rameil auf Spurensuche

Der Münkerhof in Krefeld war der Haupthof des früheren Klosters Meer in Büderich. Der Vorsitzende des Meerbuscher Geschichtsverein informiert heute in Osterath über die historischen Hintergründe.

Osterath (RP) Das Kloster Meer war unmittelbar nach seiner Gründung im Jahre 1166 der größte Grundbesitzer in der umliegenden Region. Mit dem Münkerhof besaß es ein Fünftel der Grundfläche der "Herrlichkeit" Krefeld. Der Vorsitzende des Meerbuscher Geschichtsvereins, Robert Rameil, hat sich eingehend mit diesem Haupthof des Klosters Meer beschäftigt und referiert heute ab 19 Uhr im Osterather Kulturzentrum Mönter, Kirchplatz 1-5, über dieses Thema.

Rameils Vortrag ist in drei Themenbereiche gegliedert. Zunächst gibt der 74-Jährige einen Streifzug durch die Geschichte bis zum Untergang von Kloster Meer. Seit seiner Gründung besaß es zahlreiche Privilegien, die zu seiner wirtschaftlichen Bedeutung beitrugen. In allen Stadtteilen des heutigen Meerbusch besaß das Kloster große Ländereien. Aber auch außerhalb hatte es großen Einfluss. "Schon früh hat Hildegunde ihren Besitz in Krefeld in die Stiftung eingebracht", sagt Rameil. Es habe sich im Laufe der Zeit ein großer Haupthof gebildet, der nach den Mönchen "Münkerhof" oder "Mönicher Hof" benannt wurde. Diesem Hof waren mehr als 20 weitere Höfe untergeordnet, deren Pächter jährlich am St.-Andreas-Tag ihre Getreidepacht auf dem Münkerhof abliefern mussten.

Im zweiten Teil des Vortrags spricht Rameil über die Ost-Erweiterung der Stadt Krefeld und das damit verbundene Ende des Münkerhofs. Während der Säkularisation – die Aufhebung der geistlichen Herrschaft durch den Staat – Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Münkerhof als geistliches Eigentum beschlagnahmt. 1806 erwarb der Pächter Anton Münker den Hof vom französischen Staat. Da weder er noch sein jüngerer Bruder Kinder hatte, verkauften sie das Land des Münkerhofs für viel Geld an die Stadt Krefeld. Rameil: "Von dem Hof, der auf dem heutigen Gebiet zwischen City und Dießem stand, ist nichts mehr übrig. An ihn erinnert heute nur noch ein Aquarellbild und ein altes Foto."

In dritten und letzten Teil referiert Rameil über die Münker-Familien im Raum Meerbusch. "Die jüngeren Söhne der jeweiligen Pächter des Münkerhofes mussten sich um andere Höfe bemühen", erzählt Rameil. So fände man die Familien Münker in Büderich, Ilverich, Langst-Kierst, Osterath und Strümp, wo die Nachfahren teilweise noch heute beheimatet sind.

Robert Rameil ist bereits seit rund 40 Jahren auf historischem Gebiet tätig. "Ich finde es spannend, Unbekanntes zu heben, neue Sachen zu entdecken und sie zu veröffentlichen", sagt er. Rameil ist Mitbegründer des Geschichtsvereins Meerbusch, der 2008 sein 25-jähriges Bestehen feierte. In diesem Zeitraum hat Rameil 26 Ausgaben der Meerbuscher Geschichtshefte sowie sechs weitere Publikationen herausgegeben. Mehr als 50 historische Beiträge hat er für diese Reihe verfasst

(RP)