1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Protest gegen neue Laternen

Meerbusch : Protest gegen neue Laternen

Immer mehr Bürger reagieren sauer auf den Austausch der Laternen, für den sie zahlen müssen. Anwohner der Witzfeldstraße haben Unterschriften dagegen gesammelt. Am Montag gibt' s eine Mobile RP-Redaktion.

Nach den Bewohnern von Alt-Meererbusch melden sich nun auch Bürger von der Witzfeldstraße in Büderich zu Wort. Sie fühlen sich von der Verwaltung schlecht über den für sie kostenträchtigen Austausch der Laternen informiert. 54 Anwohner haben einen Brief an die Verwaltung unterschrieben.

"Es ist für uns Anlieger weder nachvollziehbar, dass funktionierende alte Lampen durch neue ersetzt werden, noch dass wir für diese Maßnahme in einer inzwischen vielbefahrenen Durchgangsstraße finanziell herangezogen werden. Wir Anlieger benötigen keine Erneuerung, zumal die Straßenbeleuchtung bereits seit Jahren nachts abgeschaltet wird und unser Eigentum nicht schützt", heißt es in dem Brief an die Verwaltung.

Jetzt erwarten die Bewohner eine aussagekräftige Begründung für die Sanierung. Darüber hinaus ist auch den Anwohnern an der Witzfeldstraße eine telefonische Auskunft, dass zwei Euro pro Quadratmeter Grundstück an Kosten zu veranschlagen sind, zu ungenau. "Wir sprechen also bei Grundstücken zwischen 500 und 7000 Quadratmetern von Belastungen der Anlieger zwischen 1000 und 14 000 Euro", sagt Heiko Kauffmann empört. "Unbeschadet des von vielen Anliegern in Aussicht genommenen Rechtsbehelfs gegen den zu erwartenden Heranziehungsbescheid prüfen wir rechtliche Möglichkeiten, die avisierte und von den Anwohnern als überflüssig angesehene Maßnahme zu unterbinden", kündigt die "Aktionsgemeinschaft Witzfeldstraße" an.

Durchgangsstraße

Denn aus Sicht der Anwohner ist die Witzfeldstraße durch den dreijährigen Ausbau der früheren B 9 zur L 137 zu einer Ausweichstrecke für Lastwagen, Bus- und Durchgangsverkehr geworden. Auch heute sei sie ein vielbefahrener "Schleichweg".

Anwohner der Hindenburgstraße in Alt-Meererbusch hatten bereits öffentlich die Informationspolitik der Stadt beklagt. "Wir haben nur eine kurze Info bekommen, dass die Laternen ausgewechselt werden und die Abrechnung zu erwarten sei", schimpft Ludwig Huberti. "Bei der Stadt konnte mir keiner sagen, mit welchen Kosten zu rechnen ist", kritisiert er weiter. Auch Anwohnerin Heike Endemann ist verärgert. "Wenn wir schon zahlen sollen, dann hätte man uns im Vorfeld in die Überlegungen einbeziehen können."

In Lank-Latum sind die Bewohner der Webergasse nicht mit den Informationen einverstanden, die die Verwaltung präsentiert. Dort waren die Straßenlaternen gegen den Widerstand der Anwohner vom Straßenrand auf den Bordstein versetzt worden. Dieter Weber, selbst Ingenieur, kritisiert in diesem Zusammenhang die Begründungen der Verwaltung, die den Politikern als Entscheidungsgrundlage dienen. Die zitierten DIN-Normen hat er bei seinen Recherchen nicht bestätigt gefunden, ebenso wenig die angenommene Lebensdauer der Versorgungskabel unter der Straße.

(RP)