Praktische Hilfe für Flüchtlingskinder: Die Sprache in der neuen Heimat lernen

Praktische Hilfe für Flüchtlingskinder: Die Sprache in der neuen Heimat lernen

Neues Programm zur Unterstützung von Flüchtlingsfamilien: Mit dem Projekt „Rucksack Schule“ sollen nun auch in Meerbusch Grundschulkinder und ihre Eltern besser auf den deutsche Schulalltag vorbereitet werden.

Das Ziel ist klar gesteckt: Die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aus Zuwanderer-Familien von der Kindertagesstätte bis zum Übergang von Schule und Beruf sollen verbessert werden. Die Basis dazu legt das „Rucksack Schule“ genannte Programm, initiiert vom Kommunalen Integrationszentrum (KI) des Rhein-Kreises Neuss, das nun auch in Meerbusch startet.

Innerhalb des Schulbetriebs im Kreis schon etabliert, ist der Schulverbund Wienenweg die erste Bildungsstätte in Meerbusch, die Eltern Schützenhilfe gibt, um ihre Kinder fördern und unterstützen zu können. Mit  dem OBV Meerbusch und der Koordination der Flüchtlings- und Integrationsbeauftragten Fida Soubaiti El-Ali und dem KI gab es zum Beginn des neuen Schuljahres den Start im Schulverbund Wienenweg. Mit dabei: KI-Mitarbeiterinnen Natalia Lüdtke und Sigrid Büscher sowie Manuela Schlichting, zuständig für Inklusionsfragen Edith-Stein-Haus, und Rebecca Wanzl, Geschäftsleitung Hochschulzentrum Neuss.

An diesem ersten Treffen zum Programm „Rucksack Schule“ haben sich acht Mütter und vier Väter versammelt. „Die Anwesenheit von Männern ist außergewöhnlich und positiv“, sagt Manuela Schlichting. Fida Soubati El-Ali stellt die Anwesenden vor und übersetzt ins Arabische. Die Eltern beteiligen sich engagiert und lebhaft an dem Unterricht, mit dem sie auf die Unterstützung ihrer Kinder zu Hause vorbereitet werden. Sie nutzen das in zahlreichen Sprachen abgestimmte, in farbigen Mappen verpackte Unterrichtsmaterial mit Themenbereichen unter anderem aus dem Klassenunterricht, um ihre Kinder zu fördern und auch ihre eigenen Sprachkenntnisse zu verbessern. Die häuslichen Übungen erfolgen dann gezielt in den Herkunfts- und Familiensprachen. „Das Elternbildungsprogramm richtet sich an Kinder mit und ohne internationale Bildungsgeschichte. Es ist ein Angebot zur vielseitigen Schulentwicklung.

„Diese Integrationskurse sind gewissermaßen ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘. Das unterstützen wir gern“, erklären Koordinatorin Claudia Dincel und Jürgen Eimer, OBV-Vorsitzender. Markus Niemann, Leiter Schulverbund Wienenweg, begrüßt, dass die betroffenen Familien aus unterschiedlichen Ländern „auf Augenhöhe betreut werden“. Damit drückt er seine Zufriedenheit darüber aus, dass Asreen Ilyas die Mütter und Väter betreut und anleitet, die sich einmal pro Woche für 90 Minuten im Schulverbund Wienenweg zusammenfinden. Denn Asreen Ilyas, Gymnasiallehrerin aus dem Irak, lebt seit gut zweieinhalb Jahren in Osterath und hat in der Volkshochschule Deutsch gelernt. Ihr Sohn geht in die dritte Klasse der Osterather Schule, und somit ist sie einerseits mit dem Lernablauf und anderseits mit der arabischen Sprache vertraut: „Damit gewinne ich schnell das Vertrauen der Eltern.“

„Mehrsprachigkeit wird dabei als Ressource und Potential der Kinder verstanden“, sagen Fida Soubaiti El-Ali und Jürgen Eimer. Die Eltern werden nach und nach mit ergänzenden Erziehungs- und Projektthemen vertraut gemacht. Dazu zählen Erziehung zu Selbstständigkeit, Konflikte und Streit, die neue Rolle der Väter, Lesen in den Familien und die Organisation von Hausaufgaben. Die Projektbeteiligten wie OBV und der Schulverbund Wienenweg mit Markus Niemann begrüßen es, dass sich auch der Verein „Meerbusch hilft“ mit gespendeten Getränken für die Eltern an dem Programm „Rucksack Schule“ beteiligt.

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