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Meerbusch: Polizei kämpft gegen Verbrecherbanden

Meerbusch : Polizei kämpft gegen Verbrecherbanden

Am Donnerstag untersuchte die Polizei in Meerbusch stichprobenartig Autos — um für mehr Wachsamkeit zu werben

Nur einen Tag vor der landesweiten Polizei-Aktion "Riegel vor im Rheinland" schlug wieder einmal eine Verbrecherbande zu: Unbekannte Täter stiegen am Mittwoch in Lank in ein Reihenhaus ein. Die Täter hebelten das Küchenfenster des Hauses am Nachtigallenweg auf, stiegen ins Haus ein und entwendeten eine Playstation sowie ein Notebook. Der Tatzeitraum: zwischen 7.30 Uhr und 20.15 Uhr — wenn die Bewohner nicht zu Hause sind.

Es sind die Einbruchsdelikte, auf die die Polizei am Donnerstag mit einem Großeinsatz verstärkt aufmerksam machen wollte. Im Jahr 2010 registrierte die Polizei Meerbusch 268 Einbrüche, 2011 waren es 207 Fälle. Die meisten Diebe stiegen dabei oft in den Morgenstunden und in der Abenddämmerung in Wohnungen ein. "Wer in seiner Umgebung wachsam ist und beobachtet, dass sich Menschen auffällig verhalten, kann Verbrechen aufdecken", sagt Polizeikommissar Lars Klausing.

Um für jene Wachsamkeit zu werben, ging die Polizei Meerbusch am Donnerstag an der Uerdinger Straße in Lank bei einer Verkehrskontrolle mit gutem Beispiel voran. Dabei genügte den Polizeibeamten oft eine Minute, um zu klären: "Gehört alles, was sich in dem Auto befindet, auch wirklich da rein?", "Verhält sich der Fahrer auffällig?" Ein kurz, aber freundlich gezischtes "Reicht!" des Polizeibeamten — und der Autofahrer, der noch kurz zuvor zur Seite gewinkt wurde, durfte weiterfahren.

Genau das erwartet Klausing auch von den Bürgern: sich kurz Gedanken machen, ob man das langsam fahrende Auto im wohnlichen Umfeld kennt und dann "reicht!" zischen — oder aufpassen und gegebenenfalls die Polizei informieren. "Wir wollen den Bürgern zeigen, dass es wichtig ist, wachsam zu sein", erklärt Klausing.

Denn auch wenn die Zahlen in Meerbusch einen rückläufigen Trend aufzeigen, will die Polizei "kontinuierlich dranbleiben". Die hohen Verbrechenszahlen seien ein flächendeckendes Problem. Anders als noch vor wenigen Jahrzehnten kenne man als Anwohner auch in den kleineren Städten wie Meerbusch nicht mehr alle Menschen, die sich im wohnlichen Umfeld aufhalten. "Es ist einfach viel anonymer geworden — das macht es einfacher für Diebe", sagt Klausing. Er hofft, dass sich nach dem ersten Teil der "Riegel vor"-Kampagne, als die Polizei Tipps zum Schutz gegen Einbrecher gegeben hatte, und der gestrigen Kontrolle die Aufmerksamkeit für Verbrechen erhöht. Das Ergebnis der Kontrolle war da gar nicht so wichtig: Im Kreis Neuss wurden 500 Autos kontrolliert, dabei fünf Ordnungswidrigkeiten festgestellt, ein Fahrer war ohne Fahrerlaubnis unterwegs. In Meerbusch untersuchte die Polizei 37 Fahrzeuge. Einen ließ die Polizei dabei schmunzelnd weiterfahren: Ein vermeintlicher Verdächtiger knackte regelmäßig Autos — machte daraus aber gar keinen Hehl. Aus gutem Grund: Er tut das beruflich, arbeitet als Automechaniker in der Umgebung.

(RP/ac)