Meerbusch: Politiker streiten wegen Konverter

Meerbusch: Politiker streiten wegen Konverter

Heute soll beim Bund-Länder-Gipfel Energie der Netzverknüpfungspunkt Osterath festgezurrt werden. Der geplante Doppel-Konverter in Osterath sorgt für Zwist zwischen den Politikern auf Bundesebene

Beim Bund-Länder-Energiegipfel soll heute eine Einigung zum Stromnetzausbau in Deutschland erzielt werden. Dabei wird es auch den Netzverknüpfungspunkt Osterath gehen, an dem eine große Konverteranlage errichtet werden soll. Laut Bundesnetzagentur soll in nachgelagerten Planverfahren in einem Radius von mindestens zehn Kilometern nach alternativen Standorten gesucht werden. Osterath war bei einer rein technischen Betrachtung vom Netzbetreiber Amprion als Favorit genannt worden.

In seiner Plenarrede am 14. März kritisierte der energiepolitische Sprecher der Grünen, Oliver Krischer, die Meerbuscher Bundestagsabgeordneten von CDU und FDP. Jetzt schrieb ihm Ansgar Heveling (CDU) zurück. Foto: Tinter/RP-Foto: Rick

Als im Deutschen Bundestag über die Energiewende debattiert wurde, meldete sich der energiepolitische Sprecher der Grünen mit klaren Sätzen zu Wort: In Osterath habe es ein "Planungsdesaster" gegeben, kritisierte der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer die Bundesregierung. Und er wundere sich, warum Politiker der Regierungskoalition, die sich vor Ort in Meerbusch kritisch zum geplanten Konverter geäußert haben, bei der Debatte im Bundestag nicht anwesend seien. Das zielte nicht zuletzt auf den Meerbuscher CDU-Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling.

Der wiederum fordert jetzt Oliver Krischer per Brief zu einer Klarstellung auf. Denn während Krischer im Parlament sprach, saß Heveling gerade mit einem Mitglied der "Initiative gegen den Doppel-Konverter Osterath" in seinem Büro zusammen, um die weiteren Schritte zu beraten, wie der Konverter in Osterath zu verhindern ist. Zuvor hatte Heveling durchaus der Debatte im Bundestag beigewohnt. "Sicherlich haben Sie es ja vermutlich nur übersehen, ansonsten sähen sie sich ja dem Vorwurf ausgesetzt, in Ihrer Plenarrede etwas Falsches behauptet zu haben", schreibt Heveling an den "sehr geehrten Herrn Kollegen Krischer".

Über die "Äußerungen neben der Sache" in dem Beitrag des Grünen-Politikers sei er doch sehr überrascht, sagt Heveling: "Bislang hatte ich den Eindruck, dass wir parteiübergreifend und an der Sache orientiert für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger in Osterath eintreten."

Die Meerbuscher SPD hingegen äußerte sich "erstaunt" über die gemeinsame Landespressekonferenz der "Initiative gegen den Doppelkonverter Osterath" mit Heveling. "Die Bürgerinitiative hat der SPD gegenüber stets gesagt, dass sie als Initiative überparteilich sein möchte und hat Pressemitteilungen über gemeinsam mit der SPD geführte Informationsgespräche auf Landesebene abgelehnt", sagte die Meerbuscher Parteivorsitzende Heidemarie Niegeloh. "Das gilt offensichtlich nicht für die Pressekonferenz mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten."

(RP/rl)
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