Meerbusch: Politiker aus Land und Bund vereint gegen Konverterstandort Osterath

Meerbusch: Politiker aus Land und Bund vereint gegen Konverterstandort Osterath

Der Kampf gegen den Standort Osterath für den umstrittenen Doppel-Konverter gewinnt an Fahrt: Reiner Priggen, NRW-Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag, und Ansgar Heveling, Meerbuschs CDU-Bundestagsabgeordneter, kündigten einvernehmlich an, dass eine Alternativenprüfung in einem weiten Radius erfolgen müsse.

Netzbetreiber Amprion plant, auf einer Grundfläche von 100 000 Quadratmetern eine Konverteranlage zur Umwandlung von Gleich- und Wechselstrom zu bauen und hält den Standort Osterath aus technischer Sicht für optimal. Dort befindet sich bereits ein großes Umspannwerk.

"Es ist unverständlich, dass ein Konverter von diesem Ausmaß mitten in einem besiedelten Gebiet geplant wird", sagte Priggen. Ansgar Heveling erklärte: "In der CDU-Bundestagsfraktion haben wir das Thema noch nicht diskutiert. Ich hoffe aber, dass unser Anliegen letztlich in einem Antrag mündet, den wir in das Verfahren einbringen können." Priggen erklärte: "Wir freuen uns über diese Unterstützung, zumal die Bundesregierung und Bundesnetzagentur für den Entwicklungsplan zuständig sind." Im Braunkohlerevier gebe es große Freiflächen, die als Alternative in Frage kommen können. "Amprion muss alternative Standorte prüfen, die nicht allein den Kriterien technisch gut und wirtschaftlich am günstigsten folgen", forderte Priggen.

So sieht es auch das weitere Verfahren vor. "Ein Konverter muss nicht zwingend unmittelbar am Standort des im Bundesbedarfsplan festgelegten Netzverknüpfungspunktes errichtet werden, sondern kann mit diesem möglicherweise auch durch eine Stichleitung verbunden werden", erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Die Standorte für Nebenanlagen wie den Doppel-Konverter seien im Entwurf zum Bundesbedarfsplangesetz noch nicht festgelegt. Die rot-grüne Mehrheit im Bundesrat hatte empfohlen, dass der Bundestag eine mögliche Verschiebung des Konverterstandortes ins Gesetz aufnimmt. Priggen: "Da Amprion die Trasse durch das rheinische Braunkohlenrevier plant, ist es sinnvoll, vorhandene großtechnische Standorte zu nutzen, statt in die Nähe der Wohnbebauung zu gehen. Die Leitung, die über rund 400 Kilometer aus dem Norden kommt, würde den Konverter lediglich 30 Kilometer später erreichen. Das sollte vertretbar sein."

(RP/rl)
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