Meerbusch: "Planung und Denkmalpflege verknüpfen"

Meerbusch: "Planung und Denkmalpflege verknüpfen"

Meerbuschs ehemaliger Hochbauamtsleiter über neue Stadtansichten.

Seit 20 Jahren gibt der CDU-Arbeitskreis Lank mit dem überparteilichen "Lanker Forum" die Möglichkeit, über das gesellschaftliche Leben am Heimatort zu diskutieren. Eingeladen wird laut Franz-Josef Radmacher, Studiendirektor im Ruhestand und CDU-Mitglied, ein Referent, der "der etwas mit Meerbusch zu tun hat". Dass er für das Thema "Stadtplanung und Denkmalpflege" des aktuellen "Lanker Forums" in der Gaststätte Haus Baumeister Martin Struck gewinnen konnte, freut ihn: "Der Erzdiözesanbaumeister des Erzbistums Köln war zwölf Jahre Leiter des Hochbauamtes der Stadt Meerbusch", so Radmacher.

So blickte der in Krefeld lebende Struck auf die Wiederaufbauplanung 1948 zurück und zitierte: "Die Gestalt der Städte ist auf die vier Ursachen Wirtschaft, Bildung, Hoheit und Anbetung zurückzuführen". Die modernen Lebensverhältnisse aber verlangten nach Veränderung, sagte der Erzdiözesanbaumeister. So würden Kirchen, für Anbetung stehend, aus der Silhouette großer Städte verdrängt. Dazu gab er das Beispiel der Kölner Kranhäuser in Verbindung mit dem Dom: "Das Stadtpanorama wächst zu", sagte Struck. Die Erhaltung oder Umnutzung auch unter Denkmalschutz stehender Kirchenhäuser sei ein allgemeines Problem, "bei vielen ist die Erhaltung unzumutbar".

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Der Baumeister hob die Heilig- Geist-Kirche in Büderich als "wertvoll" hervor und erinnerte an veränderte Raumauffassungen: "Meerbusch wurde nach der gebräuchlichen Devise Licht, Luft, Grün in einen grünen Raum gestellt." Heute ziehe sich das Leben aus der Öffentlichkeit zurück, selbst der Einkauf spiele sich oft in privaten Räumen ab. Auf die Frage aus dem Publikum, wie Stadträume gestaltet werden müssten, sagte Martin Struck: "Wir müssen uns Traditionen zurückholen." Weitere Wortmeldungen machten deutlich, dass die Probleme häufig an den Vorstellungen der Architekten liegen und auch eine engere Gestaltungssatzung keine Lösung bringt. "Am Ende siegt immer der solvente Investor", lautete die Meinung vieler Zuhörer. Martin Struck weiß, dass auch die Planung in kleinen Städten nicht einfach ist: "Aber Lank ist ein Dorf und hier ist alles in Ordnung", sagt er. Das findet auch Franz-Josef Radmacher: "Lank ist etwas, auf das wir stolz sein dürfen. Gemeinsam mit dem Heimatkreis werden wir uns weiter bemühen, das Unverwechselbare dieses Ortes herauszukehren und auf denkmalschutzwürdige Objekte zu achten."

(RP)