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Meerbusch: Pflegemängel: Neuer Betreiber für Altenheime

Meerbusch : Pflegemängel: Neuer Betreiber für Altenheime

Die Marseille-Kliniken AG werden die Medina Meerbusch GmbH und den Seniorenwohnpark SWP Meerbusch GmbH an neue Betreiber übergeben. Das teilte ein Sprecher des Unternehmens am Freitagmittag mit.

Die neue Trägerschaft beider Heime sei der Heimaufsicht des Rhein-Kreises Neuss bereits mitgeteilt worden. "Mit der Übergabe der beiden Einrichtungen an neue Betreiber können die Bewohner in ihrer vertrauten Umgebung verbleiben und müssen nicht in andere Einrichtungen jenseits von Meerbusch verlegt werden, zumal 80 Prozent der Bewohner aus Meerbusch stammen", erklärte Sprecher Uwe Wolff. "Dieser Schritt ist auch für die Angehörigen der Bewohner und die Betreuer angenehmer."

Voraussetzung sei allerdings, dass der Rhein-Kreis Neuss als Aufsicht zustimme. Beide Pflegeheime in Strümp standen seit Ende 2012 unter Aufsicht, weil dort schwere Pflegemängel bekannt geworden waren. Die Heimaufsicht hatte vergangene Woche die Schließung der beiden Einrichtungen in einigen Wochen verfügt.

Zur Stunde verhandelt der Vorstand der Marseille-Kliniken in Hamburg mit den künftigen Trägern die Übergabe. Der Seniorenwohnpark soll an die Merididas-Rheinstadtpflegehaus Meerbusch GmbH übergeben werden, die Medina Meerbusch GmbH an die die Parkklinik GmbH, ein Unternehmen der Medigreif-Gruppe. Meridias betreibt bereits eine voll ausgelastete Einrichtung in Bochum, die das Unternehmen vor einigen Jahren innerhalb kürzester Zeit aus einer ähnlichen Situation herausgeführt hatte.

Der künftige Geschäftsführer der Meerbuscher Einrichtung, Nicolas Starck, freut sich bereits auf diese Herausforderung. Die Medigreif-Gruppe - mit Hauptsitz in Greifswald - ist spezialisiert auf die Versorgung geriatrischer Patienten und betreibt mehre Gesundheitseinrichtungen in Deutschland.

Die neuen Betreiber haben erklärt, das vorhandene Personal zu 100 Prozent zu übernehmen, so dass gewährleistet ist, dass die Bewohner weiterhin von ihrem vertrauten Pflegepersonal betreut werden können.

"Mit diesem Schritt möchte die Marseille-Klinik AG vermeiden, dass der schwelende Streit um den voreiligen Entzug der Betriebsgenehmigungen durch den Rhein-Kreis Neuss weiter auf dem Rücken der Bewohner des SWP Meerbusch und der Medina Meerbusch ausgetragen wird", erklärte Sprecher Uwe Wolff.

Die Marseille-Kliniken AG seien sich ihrer Verantwortung gegenüber den Bewohnern und dem Personal der beiden Einrichtungen bewusst, betonte Dieter Wopen Vorstand der Marseille-Kliniken AG. "Wir haben uns aus Gründen der Vernunft und der Verantwortung gegenüber unseren Bewohnern und unserem Personal zu diesem Schritt entschlossen.

Vertreter der neuen Betreiberunternehmen werden sich zu Beginn der kommenden Woche beim Landkreis melden, um die notwendigen verwaltungsrechtlichen Schritte für eine Übernahme einzuleiten. So soll ein für die Bewohner reibungsloser Übergang erreicht werden, der sicherstellt, dass die Senioren in den Einrichtungen in Meerbusch auch Weihnachten und den Jahreswechsel in ihrem vertrauten Zuhause verbringen können. Dieter Wopen, Vorstand der Marseille-Kliniken AG: "Wir hoffen nun auf eine kooperative Zusammenarbeit des Kreises und der neuen Betreiber."

Kreissozialdezernent Jürgen Steinmetz wird sich erst am Abend zu den Änderungen äußern.

(mrö)