Meerbusch: Pfarrei unter Druck

Meerbusch : Pfarrei unter Druck

Die Kirchengemeinde Hildegundis von Meer bekommt deutlich weniger Geld vom Bistum Aachen. Jetzt wird über Verkaufen und Vermieten von Immobilien nachgedacht. An der Basis rumort es weiter.

Der Druck auf die Verantwortlichen der Pfarre Hildegundis von Meer wächst — und zwar gleich von zwei Seiten: von oben und von unten. Das Bistum Aachen streicht ein Drittel der Zuwendungen, und an der Basis rumort es weiterhin. Zwischen den Stühlen sitzen vor allem Pfarrer Norbert Viertel und Professor Dr. Thomas Stelzer-Rothe, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats. Einerseits soll der Umbau der sechs Teilgemeinden zur Großpfarre gelingen, ohne das Angebot allzu sehr einzuschränken, und andererseits müssen sie den Betrieb Kirche mit immer weniger Geld und weniger Personal organisieren.

Was tut die Pfarre Hildegundis von Meer mit ihren Immobilien? Das Freiräumen und Vermieten der Pfarrhäuser... Foto: Dackweiler, Ulli

Dass dieser Umbau der katholischen Pfarre für Osterath, Lank-Latum, Strümp, Nierst, Langst-Kierst, Ossum-Bösinghoven und Ilverich nicht offen, transparent und demokratisch erfolge, behaupten viele frühere Mitarbeiter, die inzwischen ihr zumeist ehrenamtliches Engagement beendet haben (RP berichtete). Nun hat auch Klaus Mock im RP-Gespräch bekräftigt, sein vielfältiges Tun im Ökumenekreis und im Eine-Welt-Kreis Strümp, im Arbeitskreis Nacht der Kirchen sowie im Sachausschuss Öffentlichkeitsarbeit und in der Redaktion des Pfarrbriefs einzustellen (Der volle Wortlaut unten: "Rücktritt von Klaus Mock").

Stelzer-Rothe weist die Vorwürfe zurück. Es lasse sich nicht jeder Antrag sofort in den Gremien behandeln und für einen offenen Schlagabtausch in öffentlichen Sitzungen sei er auch nicht zu haben. Er habe Mock angeboten, sich im Sachausschuss Öffentlichkeitsarbeit auseinanderzusetzen. "Diese Offerte stand, gleichwohl ist Herr Mock ist mit seiner Entscheidung vorgeprescht."

Was den Wunsch der kleinen Vikarien anbetreffe, dort am Wochenende häufiger eine Messe zu feiern, setze er auf Solidarität der großen Gemeinden, erklärte Stelzer-Rothe. Eine Verschiebung gehe zu Lasten von St. Stephanus Lank-Latum und St. Nikolaus Osterath. "An jedem Wochenende finden sechs Messen statt, und wir haben sechs Gemeinden", berichtet der Pfarrgemeinderatsvorsitzende. Das sei der Rahmen, der gegeben sei. Daran ändere auch nichts, dass mit Pater Mathew Vempala (71) ein zusätzlicher Geistlicher zur Verfügung stehe.

Schwieriger dürfte es werden, mit den finanziellen Folgen zurecht zu kommen. Der Zuschuss aus Aachen fällt wohl dauerhaft deutlich geringer aus. Das Kirchliche Immobilien Management (KIM) müsse nach Wegen suchen, um Kosten zu senken oder Einnahmen zu steigern. An den Verkauf von Gotteshäusern sei bislang nicht gedacht, aber über die Zukunft der Pfarrhäuser sei nachzudenken, erklärte Stelzer-Rothe. Im Visier sind die Objekte in Lank-Latum und in Osterath. In Lank könnten die Räume des Pfarrbüros ins Jugendzentrum Atrium verlagert werden, um die Wohnungen vermieten zu können. Der Nachteil wäre, dass die Einrichtung für Jungen und Mädchen an der Gonellastraße eine Reduzierung des Platzangebots hinnehmen müsste. "Noch ist nichts spruchreif", versichert Stelzer-Rothe.

(RP)