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Meerbusch: Partnerschaft mit Fouesnant: So fing 1967 alles an

Meerbusch : Partnerschaft mit Fouesnant: So fing 1967 alles an

Rudolf "Coco" Cornelissen gilt auf Meerbuscher Seite als der Urvater der heute blühenden deutsch-französischen Städtepartnerschaft. Vor 45 Jahren nahm die Gemeinde Strümp den ersten Kontakt auf. Wie es dazu kam, welchen Gegenwind es dabei vor allem in Strümp gab, darüber berichtete der ehemalige Strümper Grundschulleiter beim 85. Strümper Männerfrühstück in der evangelischen Versöhnungskirche am Mönkesweg.

"Ich habe mit meinen Schülern Charles de Gaulle gehört", sagt Rudolf Cornelissen. Der französische Präsident war in den 1960ern in Düsseldorf. Cornelissen habe mit seiner Oberklasse einer Rede beigewohnt. Dies sei aller Anfang gewesen. "Dort forderte er die Deutschen auf: Kommen sie nach Frankreich in die Familien, dann sprechen wir zusammen", sagt Cornelissen. "Kurze Zeit später erschien in der Rheinischen Post ein Artikel mit der Überschrift 'Wer sucht eine Partnerstadt?'" Da war es um den Strümper geschehen. "Ich", war die Antwort des heute 84-Jährigen.

Widerstände in Strümp

Während es innerhalb von Strümp einige Widerstände gab, überzeugte Cornelissen den ehemaligen Strümper Bürgermeister Josef Kohtes schnell. Die beiden antworteten auf eine Anzeige der Stadt Fouesnant. Am 16. März 1967 war es so weit: "Ich fuhr mit drei Strümper Frauen in meinem VW-Bus in die Bretagne", sagte Cornelissen. Dass er vorher die Ehemänner mit Blumensträußen bestechen und langen Gesprächen standhalten musste, versteht sich von selbst. Nach anderthalb Tagen Fahrzeit für 1060 Kilometer lernte die Strümper Gesandtschaft vor Ort den ersten Beigeordneten von Fouesnant Louis L'Helgouach und Bürgermeister Louis Le Calvez kennen. "Sie hatten dort selber nur mit einer knappen Mehrheit im Stadtrat für eine Partnerschaft gestimmt", sagt Cornelissen. Ein Gegenbesuch in Meerbusch folgte. Im Juli und August 1968 unterschrieben beide den Partnerschaftsvertrag. 1971 wurde dieser auf die Stadt Meerbusch umgeschrieben. Seitdem fahren Musiker, Sportler, Schüler und Erwachsene regelmäßig hin und her, um ganz nach de Gaulle "in die Familien zu kommen". Eine lebendige Freundschaft sei so entstanden, der auch die jüngsten Fehltritte französischer Gastschülerinnen nichts anhaben könnten.

(RP)