Meerbusch: OSV will künftig auf Hybridrasen spielen

Meerbusch : OSV will künftig auf Hybridrasen spielen

Anstelle eines teuren Kunstrasenplatzes erwägt der Osterather Sportverein OSV Meerbusch nun eine günstigere Variante. Ein Hybridrasenplatz, der Natur- und Kunstrasenfasern kombiniert, würde rund 200 000 Euro einsparen

Die eine Hälfte besteht aus Naturgras, die andere aus Kunstfasern — der "Hybridrasen" wäre für den Sportverein OSV Meerbusch eine ideale Lösung, um den Tennenplatz am Krähenacker, einen mehr als 50 Jahre alten Ascheplatz, kostengünstig zu erneuern. Aktuell holt die Verwaltung mögliche Angebote ein, die anschließend im Ausschuss geprüft werden müssen. Um die Modernisierung des Platzes im nächsten Jahr gab es bereits im September Diskussionen im Sportausschuss: CDU und Grüne waren dafür, die FDP-Fraktion dagegen hatte Zweifel.

Vor allem die Liberalen hatten den Verwaltungsvorschlag scharf kritisiert — der sportpolitische Sprecher der FDP erklärte, angesichts rückläufiger Fußballerzahlen sehe er den 415 000 Euro teuren Bau kritisch. Das Hauptargument: die Kassen seien leer. Ein Sperrvermerk verhindert bis heute die Modernisierung der Anlage. "Daher haben wir versucht, eine günstigere Lösung zu finden, die gleichzeitig unseren Ansprüchen gerecht wird", sagt der OSV-Vorsitzende Wolfgang Gerke. Zusammen mit Vertretern von Stadt und Politik besichtigte der Vereinsvorstand im Oktober das Trainingsgelände von Borussia Mönchengladbach. Dort spielen die Bundesliga-Profis auf einem Hybrid-Rasen. Die Teilfläche wurde für das Training mit dem Kopfballpendel und die Einheiten der Torhüter hergerichtet.

Im Vergleich zum Kunstrasen, der mit Kosten von insgesamt 415 000 Euro zu Buche schlägt, wäre die Hybrid-Variante mit 215 000 Euro deutlich billiger. Außerdem bescheinigen die Experten dem halb-künstlichen Feld eine hohe Belastbarkeit, dauerhafte Widerstandsfähigkeit gegen Frost und sogar bessere Bedingungen für die Spieler. Langzeitliche Erfahrungen mit dem Mischrasen, insbesondere bei Meerbuscher Vereinen, gebe es bislang jedoch nicht.

Die Vereinsanlagen in Bösinghoven, Strümp und Büderich sind bereits mit Kunstrasen ausgestattet. Der Osterather Sportverein hingegen wartet schon seit einigen Jahren auf die Erneuerung seiner Spielflächen. Die Zahl der aktiven Sportler sei von rund 420 vor fünf Jahren auf mittlerweile mehr als 500 gestiegen, darunter allein 350 Jugendliche. Dieser Zulauf zeigt: Die Erneuerung ist notwendig. "Wir haben insgesamt 25 Mannschaften, die auf den drei Plätzen spielen und trainieren", so Gerke. "Der Rasenplatz wird wegen schlechter Witterungsverhältnisse immer wieder gesperrt, und die Ascheplätze sind in einem so schlechten Zustand, dass sie kaum noch zum Spielbetrieb genutzt werden können."

Angesichts der Budget-Frage sieht der Vereinsvorstand diesen Vorschlag als ein "Entgegenkommen an die Stadt". Wann es ein konkretes Angebot geben wird, bleibt abzuwarten. Außerdem muss der Fachbereich für Grünflächen zunächst die entsprechenden Voraussetzungen für den möglichen Umbau vor Ort feststellen. Fest steht jedoch: "Es muss etwas passieren", so Gerke. "Je schneller, desto besser."

(RP)
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