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Meerbusch: Oststraße: Fest gegen Frust

Meerbusch : Oststraße: Fest gegen Frust

Die Rettung der Oststraße am Deutschen Eck schreiben sich CDU und SPD auf die Fahnen. Dabei könnte auch eine positivere Grundstimmung gegen das Gefühl des Schattendaseins helfen, findet Heike Reiß, Wirtschaftsförderin.

Das Deutsche Eck tut sich schwer. Schon kurz nach der Fertigstellung wurden Leerstände beklagt (2004). In der Büdericher Werbe- und Interessengemeinschaft sind zwar auch dortige Geschäftsleute vertreten. Doch so ganz klappt es nicht. Immer wieder – vor allem bei Veranstaltungen etwa wie dem Sonnenblumen-Sonntag – wird deutlich, dass das Deutsche Eck (mit Oststraße) im Schatten der Dorfstraße steht. Dem soll abgeholfen werden. Aus den Reihen der Politik kommt Kritik, aber auch positive Resonanz.

Verbessern, optimieren, mehr Kunden anlocken: Geht es nach dem Willen der Mitglieder der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU in Meerbusch (MIT), dann soll am Deutschen Eck mehr Leben einkehren. Bei ihrem Stammtisch kamen Mitglieder der MIT und Büdericher Einzelhändler zusammen und gingen die aktuelle Wirtschaftslage im Büdericher Süden durch. Und das Bild ist erschreckend. "Die Oststraße ist tot", sagte Werner Jung, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Büderich.

Sei die Oststraße einst die "Königsallee" von Büderich gewesen, wäre sie nun leblos abgeschnitten. Viele Händler könnten dort keinen Fuß fassen. Mit "Verfall" und "Glanz ist ab" bezeichneten die Anwesenden die Situation an der Büdericher Einkaufsstraße. "Da herrscht eine wahnsinnige Fluktuation", berichtete Melanie Kamp vom dort ansässigen Kinder-Second-Hand-Geschäft. Kaum hätten Händler die Geschäfte bezogen, würden sie nach zwei, drei Monaten schon um ihre Existenz kämpfen. Besonders die Sperrung der ehemaligen Böhlerstraße (Verbindung Oststraße/Böhlerstraße) sei für den abgerissenen Verkehrsstrom verantwortlich.

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"Ohne Durchgangsverkehr können dort keine Geschäfte laufen", sagte Gastwirt Claus Grotenburg und sprach damit vielen Geschäftsleuten aus der Seele. Auch der Zustand der teilweise seit 60 Jahren dort stehenden Häuser und der Zustand der Straße seien mitverantwortlich. Mangelnde Parkmöglichkeiten schlossen die Händler als Ursache für die schlechte Situation aus.

Heike Reiß, die neue Wirtschaftförderin der Stadt Meerbusch, sah allerdings noch ein weiteres Problem – psychologischer Natur. "Wir müssen dort auch eine positive Grundstimmung rein bekommen", so die neue Wirtschaftsförderin. So sei ihr die negative Grundhaltung an der Oststraße aufgefallen. "Es steht dort zurzeit lediglich ein Geschäft leer", sagte Reiß. Ein Punkt, der bei den Geschäftsleuten der Oststraße ankam.

Aktionen sollen nun in Zukunft wieder mehr Menschen in das Gebiet locken. "Wir könnten ein Straßenfest machen", schlug Händlerin Melanie Kamp vor und stieß damit auf breite Zustimmung. Auch die MIT will sich einbringen und gemeinsam mit den Ratsherren der CDU für einen Aufschwung an der Oststraße und am Deutschen Eck sorgen. "Wir werden in den kommenden Monaten ein Konzept zur Verbesserung erarbeiten", kündigte Daniel Meffert, MIT-Vorsitzender, an.

Auch die SPD hatte in einer Presseerklärung eine Schönheitskur fürs Deutsche Eck gefordert. Für die UWG stellt Architekt Dieter Schmoll dem Eck ein gutes Zeugnis aus, räumt aber ein, dass die Oststraße verbesserungswürdig ist.

(RP)