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Meerbusch: Ostergrüße aus Osterath

Meerbusch : Ostergrüße aus Osterath

Der 66-jährige Reimund Dreier hat den Petersdom maßstabsgerecht nachgebaut und zum Segen Urbi et Orbi für das Modell eine Papstminiatur in die Benediktionsloggia gestellt.

Reimund Dreier ist Bastler mit Leib und Seele — und gläubiger Katholik. 1968 reiste er das erste Mal nach Rom und war besonders vom Petersdom beeindruckt. Dass er dieses imposante Bauwerk im Maßstab 1 zu 100 als Modell in Angriff nehmen und unbedingt vor dem Osterfest fertig werden wollte, hat für den Neu-Osterather drei Gründe: das fünfjährige Pontifikat von Papst Benedikt XVI., die Seligsprechung seines Vorgängers Johannes Paul II. und der bevorstehende Deutschlandbesuch des Heiligen Vaters.

Vier Monate hat der 66-Jährige in seinem Hobbyraum verbracht, Skizzen gefertigt, Pläne entworfen, Säulen gedrechselt, Kapitelle modelliert, geschnitten, gesägt und geklebt.

Voraus gegangen waren das Studium einschlägiger Literatur, das Schreiben von Materiallisten und die Recherche über die vielfältigen Details. Die Apostel-Statuen waren für den früheren Düsseldorfer eine besondere Herausforderung. Er konfektionierte die Körper aus Softton, beschaffte Zubehör und Requisiten.

Diesmal entwickelte sich die Realisierung des Modells für Dreier und seine Schwester Angela zu einer Art Gemeinschaftsaufgabe. Ihr Nachbar, ein Architekt, half ihnen bei der Beschaffung von Peddigrohr, Balsa- und Pappelhölzern, Leim, Rundstäben und Quadratleisten.

Ihr guter Freund Dr. Erich Braun aus Lank-Latum gab manchen wichtigen Tipp, lieferte die ein oder andere Figur, die den Platz vor dem Petersdom bevölkert, und die dreijährige Pia von schräg gegenüber steckte den früheren Schaufenstergestalter mit ihrer Begeisterung derart an, dass er das Modell anlässlich des Ostersegens zur Kulisse für eine Papstminiatur ausbaute. "Meine Schwester hat extra einen kleinen Papstteppich für die Benediktionsloggia gestickt", erzählt er.

Mit dem Segen Urbi et Orbi ist nach katholischer Lehre allen, die ihn hören oder sehen und die guten Willens sind, ein vollkommener Ablass ihrer Sündenstrafe gewährt.

War früher für diesen Empfang die physische Anwesenheit des Empfängers auf dem Platz oder in Sichtweite des Spenders notwendig, so kann nach dem auch vorher schon vorhandenen umfassenden Verständnis (orbi) der Segen seit 1967 auch über Radio, seit 1985 über das Fernsehen und seit 1995 auch über das Internet gültig empfangen werden.

Reimund Dreier aus der Pfarre Hildegundis von Meer besucht nicht nur zu den Hochfesten gerne die Heiligen Messen in der großen Pfarrkirche St. Mauritius in Büderich. "Ein tolles Bauwerk", sagt er. Für seine nächste Miniatur hat er allerdings etwas anderes im Visier — quasi einen Folgeauftrag. Dreier will die Piazza San Pietro nachbauen. "Das hat erst einmal Zeit", meint der 66-Jährige und wünscht alle Lesern der Rheinischen Post ein frohes Osterfest.

(RP)