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Meerbusch: Ostara: Letzte Attacke der FDP

Meerbusch : Ostara: Letzte Attacke der FDP

Der Rat stimmte nach mehr als zehn Jahren Planungszeit für den Bau eines Frischemarkts und rund 220 Wohnungen auf dem ehemaligen Ostara-Gelände in Osterath. Die Verträge mit dem Investor sind jetzt unterschriftsreif.

Es sei der letzte Versuch, auf die Entwicklung auf dem früheren Ostara-Gelände in Osterath Einfluss zu nehmen, begründete Klaus Rettig (FDP) den Antrag seiner Fraktion, die Pläne für den Frischemarkt samt 220 Wohnungen auf dem 14 Hektar großen Areal erneut offen zu legen. Gleichsam in letzter Sekunde wählten die Freien Demokraten im Rat drastische Worte, um die Dringlichkeit einer Verschiebung des Vertragsabschlusses zwischen Stadt und Investor Carat zu betonen. Von einer "Täuschung der Bürgerschaft" und "skandalösem Verhalten der Stadtverwaltung" im Umgang mit den kritischen Stellungnahmen der Meerbuscher war die Rede. Auf fehlende Gutachten und zurückgehaltene Gesprächsprotokolle zielten die Beschwerden der Liberalen.

Außerdem bemängelten sie, dass der ökologischen Standard in dem Osterath prägenden Neubaugebiet nicht optimal, der Frischemarkt mit mehr als 4000 Quadratmeter überdimensioniert und der angelockte Verkehr kaum zu bewältigen sei.

Bürgermeister Dieter Spindler verwahrte sich gegen den Ton in dem Antrag der FDP und appellierte, zukünftig wieder zu einer sachlichen Auseinandersetzung zurückzukehren. Planungsdezernent Dr. Just Gérard erläuterte, dass die Entscheidung, diverse Gutachten und Unterlagen nicht auszulegen, aus gutem Grund geboten erschien. Grünen-Fraktionschef Jürgen Peters, der in Kooperation mit der CDU nach mehr als zehn Jahren Planungszeit die Mehrheit für das Carat-Projekt beschaffte, hielt Gérard vor, dass es "klüger gewesen wäre, auch die kritischen Papiere in der Bürgerbeteiligung offenzulegen, obwohl die Verwaltung aus guten Gründen dazu nicht verpflichtet gewesen war".

Für die Sozialdemokraten machte Nicole Niederdellmann-Siemes noch einmal die Vorbehalte ihrer Fraktion deutlich. "Mit ein bisschen Ökologie hat der Investor sich den Frischemarkt erkauft", kommentierte sie die Entwicklung der Planung.

Das sahen die Befürworter um Peters und Werner Damblon, Fraktions- und Parteichef der CDU, ganz anders. In Osterath werde ein ökologisches Vorzeigeprojekt unter anderem mit Solartechnologie, Blockheizkraftwerk und reduzierter Versiegelung entstehen.

Auf den Zuschauerrängen des Meerbusch-Gymnasiums verfolgten Bernd-Martin Koch und sein Stab von der Carat-Projektentwicklung zufrieden die Abstimmung. Nach vielen Jahren der Vorbereitung ist der so genannte städtebauliche Vertrag unterschriftsreif – können erste Bauarbeiten beginnen.

(RP)