Firmen im Porträt Firmenchef hat die Energie im Blick

2015 hat sich Elektrotechnikermeister Oliver Knedel selbstständig gemacht. Heute gehören acht Mitarbeiter zum Unternehmen, das seinen Sitz im Gewerbegebiet im Bundenrott hat.

 Oliver Knedel in seinem Elektrobetrieb im Gewerbegebiet Bundenrott.

Oliver Knedel in seinem Elektrobetrieb im Gewerbegebiet Bundenrott.

Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

(mgö) Die Photovoltaik-Anlage auf dem Gebäude des neuen Firmensitzes im Gewerbegebiet Bundenrott ist ebenso in Planung wie der Austausch der fünf Lieferwagen gegen E-Fahrzeuge sowie Ladestationen auf den Firmenparkplätzen. „Die Stadtwerke zeigen sich kooperativ“, so  Oliver Knedel. Dem 33-jährigen Unternehmer ist es wichtig, Beiträge zum Umweltschutz zu leisten.

Als Geschäftsführer der Elektro Knedel GmbH mit acht Mitarbeitern weiß der Elektrotechnikermeister, welche Rolle neben der klassischen Elektroinstallation individuelle Lichtplanungen als LED-Lösungen, die SmartHome Technologie zur intelligenten Gebäudevernetzung, Netzwerklösungen, revolutionäre Telefon- und Sprechanlagen sowie flexible Videoüberwachungssysteme und Alarmanlagen spielen. „Wer von Elektroinstallation spricht, meint nicht mehr die Montage eines Schalters – heute steckt ganz viel Intelligenz dahinter“, erklärt Oliver Knedel.

Er hat nach der Schule Elektrotechnik gelernt, den Meister gemacht und dann studiert: „Aber für mich war immer klar, ich will im Handwerk bleiben, will selbst etwas bewegen.“ Vor fünf Jahren machte er sich selbstständig, arbeitete zuerst vom Strümper Zuhause aus, nutzte Keller und Garage, merkte aber bald, dass die Räume nicht ausreichen: „Im ersten Jahr war ich allein. Aber als 2016 zwei Mitarbeiter dazu kamen, musste eine andere Lösung her.“ Mit dem Gewerbegebiet direkt vor seiner Haustür hatte er schon lange geliebäugelt, griff zu, baute ein Geschäftshaus und zog Mitte 2019 an der Berta-Benz-Straße 11 ein: „Ich habe gespürt, dass ich für meine Mitarbeiter etwas tun muss. Wir brauchen innovative Kollegen, die dem Anspruch an einen Dienstleister gerecht werden. Und selbst Mitarbeiter, die den ganzen Tag auf der Baustelle sind, müssen hier einen Arbeitsplatz haben.“

Der Unternehmer vermittelt seinem Team, dass sie unter anderem in Objekten tätig sind, die 30 Jahre und mehr genutzt werden. Zu den Aufgabengebieten zählen Installationen, um die Heizung auch bei geöffnetem Fenster zu regeln, um in Urlaubszeiten Jalousien hoch- und runterzufahren oder das Einschalten des Lichts bei Einbruchalarm zu gewährleisten: „Auch eine automatische Bewässerung nach drei trockenen Tagen erhält angesichts des Klimawandels immer mehr Bedeutung.“

Zum Kundenstamm von Elektro Knedel zählen Unternehmen und private Kunden aus der Region. Um die Aufgaben und Ansprüche zu erfüllen, muss sich der Elektrotechnikermeister auf sein Personal verlassen können: „Aber auch wir bekommen den Fachkräftemangel zu spüren.“ Selbst auszubilden ist daher ein grundsätzliches Thema. Zwei Azubis lernen bei Elektro Knedel,  in diesem Jahr werden zwei weitere gesucht.

Allerdings bekommt der Ausbildungsbetrieb bereits in den Lehrjahren zu spüren, dass selbst in den Berufsschulen Fachkräfte – Fachlehrer – fehlen: „Wir müssen bei der Ausbildung im Betrieb Dinge übernehmen, die sonst in der Schule unterrichtet werden.“ Aber Oliver Knedel, der täglich nur wenige Minuten von zuhause in den Betrieb per Rad zurücklegt, nimmt auch diese Herausforderung an: „Mir macht dieser handwerkliche Beruf einschließlich Umgang mit den Menschen sehr viel Freude.“

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