Meerbuscher Jugend: OBV kündigt den JuCa-Vertrag

Meerbuscher Jugend: OBV kündigt den JuCa-Vertrag

Diese Entscheidung kam nicht überraschend: Zum Jahreswechsel zieht sich der Osterather Betreuungsverein als Betreiber des Jugendcafés an der Insterburger Straße zurück. Ob es neuen Betreiber geben wird, steht nicht fest.

Diese Entscheidung kam nicht überraschend: Zum Jahreswechsel zieht sich der Osterather Betreuungsverein als Betreiber des Jugendcafés an der Insterburger Straße zurück. Ob es einen neuen Betreiber geben wird, steht nicht fest.

"Ist das JuCa noch zu retten" war die Schlagzeile im Februar in unserer Zeitung. Schon damals - und eigentlich noch viel länger - wurde darüber diskutiert, ob der OBV noch der geeignete Träger für das Jugendcafé ist, ob nicht mehr oder ganz andere Angebote für Jugendliche gemacht werden müssten. Ob das JuCa noch zu retten ist, steht nach wie vor nicht fest. Fest steht aber jetzt: Der OBV zieht sich als Träger zurück. "Der Vorstand des OBV Meerbusch hat in seiner Vorstandssitzung am 17. Mai nach ausgiebiger Diskussion einstimmig beschlossen, dass der OBV Meerbusch seine Trägerschaft für das Jugendcafé JuCa/Halle 9 zum 31. Dezember kündigt", teilte Jürgen Eimer gestern per E-Mail mit. Damit ist ein Schlussstrich unter die Querelen gezogen, die zuletzt immer wieder Bestandteil von Ausschuss-Diskussionen waren. Aber: Die Politik hat nie einen Entschluss gefasst, sondern ihn immer wieder vertagt. Unzufrieden waren die Politiker immer mal wieder: mit den Besucherzahlen vor allem von jungen Leuten, aber auch mit der Art der Abrechnung von seiten des OBV.

Jürgen Eimer weiter in seiner Mitteilung: "Obwohl die Besucherzahlen des Jugendcafés von 6559 im Jahr 2014 auf 14.321 Besucher im Jahr 2017 gestiegen sind, scheinen unterschiedliche Wahrnehmungen in Teilen der Politik mit der Ausrichtung und auch mit der Arbeit des OBV Meerbusch zu bestehen." Ein Diskussionspunkt war immer wieder, dass viele Meerbuscher das Café für private Feiern mieten wollen, das dem OBV aber aus steuerlichen Gründen verboten ist. Und: Es sollte ein Café für junge Leute sein, die dann während der privaten Veranstaltungen das Café nicht nutzen können. Bilanz des OBV: Unter den 14.321 Besuchern waren 4365 Jugendliche, die jünger als 18 Jahre sind. Eimer: "Auch wenn die eigentliche Zielgruppe des Jugendcafés mit 14- bis 21-Jährigen damit nicht die Mehrheit der Besucher darstellte, wird nach unserer Meinung die nachhaltige positive Entwicklung des JuCa hinsichtlich der Besucherzahlen und auch der zunehmenden Nachfrage durch Jugendliche ignoriert."

Die aktuelle Entscheidung, so Eimer, sei auch dadurch beeinflusst worden, dass sich das Jugendcafé in den letzten zwei Jahren in wirtschaftlicher Hinsicht negativ entwickelt habe. "Die Verluste hat der OBV selbst getragen." Darum werde der OBV Meerbusch das Jugendcafé nur noch bis zum letzten Tag in diesem Jahr betreiben. Ansonsten werde sich der OBV auf seine Arbeit im Rahmen der offenen Ganztagsschule für Meerbusch sowie des Betriebs seiner Kindertagesstätte konzentrieren.

Für Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage kam der Vorstandsbeschluss des OBV nicht überraschend. Sie geht jetzt mit den Rathaus-Parteien in die Gespräche und Überlegungen, wie es im neuen Jahr mit der Einrichtung in Osterath weitergehen kann. Es gebe zwar alternative Interessenten für das Café, aber man müsse ja erst mal überlegen, was man genau dort anbieten wolle. "Wir wissen, dass sich das Freizeitverhalten der Jugendlichen in den letzten Jahren enorm verändert hat." Eines steht für sie fest: "Der OBV hat dort eine gute Arbeit gemacht."

(ak)
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