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Meerbusch: NRWs dienstältester Schiedsmann

Meerbusch : NRWs dienstältester Schiedsmann

Seit 1968 schlichtet Schiedsmann Siegfried Lau Streitigkeiten zwischen Nachbarn. Jetzt wurde der 78-Jährige von NRW-Justizminister Thomas Kutschaty als "dienstältester Schiedsmann in NRW" ausgezeichnet. Lau wirkt im Bezirk 3, Lank-Latum, unterstützt von Stellvertreter Lothar Bensch.

"Geändert hat sich in den vergangenen 40 Jahren eigentlich wenig", sagt Lau. "Die Gründe, aus denen sich Menschen in die Haare geraten, sind offenbar zeitlos." An die meisten seiner 300 Fälle erinnert sich der Ehrenamtler bis heute.

Er kennt die Gründe der Streitigkeiten und weiß diese zu schlichten. "Rüberwachsende Äste, ein Baum, der zuviel Schatten oder Laub wirft — an solche Unstimmigkeiten kann sich ein handfester Streit entwickeln", weiß der gebürtige Königsberger aus Erfahrung. Schwierig sei es bisweilen, die Kontrahenten an den Tisch zu holen. "Denn Auge in Auge äußern die meisten ihre Vorwürfe nicht so gern." Juristische Vorbildung braucht ein Schiedsmann für sein Ehrenamt nicht.

Charakter, Lebenserfahrung und gesundes Rechtsempfinden genügen. Qualitäten, die speziell Siegfried Lau auszeichnen. Auch politisch hat er sich lange engagiert: Von 1964 bis 2004 saß er für die SPD im Stadtrat. In Lank-Latum gilt Lau seit Jahrzehnten als Persönlichkeit und Respektperson, deren Wort etwas gilt — auch im Nachbarschaftsstreit um die Hecke auf der Grundstücksgrenze. "Entweder ist die Hecke zu hoch oder nicht. Das erkenne ich auch ohne Studium", lacht der 78-Jährige.

Und die Autorität, einen nötigen Heckenschnitt durchzusetzen, hat er im Zweifelsfall auch. Die Lank-Latumer werden auf den Rat ihres Schiedsmanns noch bis zum nächsten Jahr zurückgreifen können. 2007 wurde er für fünf weitere Jahre berufen. Sein Amt übt er gern aus, nach Fällen zu suchen liegt ihm allerdings fern. "Am besten ist's, wenn sich die Menschen vertragen", sagt Lau und lächelt.

(RP/rl)