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Meerbusch: Nobel wohnen auf Schloss Pesch

Meerbusch : Nobel wohnen auf Schloss Pesch

BÖSINGHOVEN Gut abgeschirmt gegen die Blicke Neugieriger liegt Schloss Pesch im Meerbuscher Norden. Mittlerweile beherbergt das Schloss luxuriöse Eigentums- und Mietwohnungen. Wer jedoch repräsentativ leben will, der muss auch tief in die Tasche greifen: rund 3000 Euro Warmmiete möchte der Besitzer einer Wohnung im Flügel des Schlosses haben. Das Anwesen wurde 1311 als Peschhof erstmals erwähnt. In unmittelbarer Nähe gibt es Spuren einer Besiedelung aus römischer Zeit. Die alte Burg Pesch wurde 1583 während des Truchsessischen Krieges geplündert und niedergebrannt.

Die Ruinen blieben im Park des heutigen Schlosses erhalten. Das Herrenhaus wurde weiter westlich wieder aufgebaut. 1794 wurde das Anwesen erneut geplündert und 1795 niedergebrannt, dieses Mal von französischen Revolutionstruppen. Henrietta Freiin von Hoesch, Frau des Grafen von Hallberg, baute das Haus ab 1804 schlossartig mit einer großzügigen Gartenanlage wieder auf. Zum Anwesen gehören auch Rentei, Kapelle, Wirtschaftshof, Parkanlagen sowie Alleen.

Anders als bei Haus Meer, steht nicht die komplette Anlage unter Denkmalschutz. Lediglich Haupthaus, Rentei, Kapelle und der Backsteinhof dürfen nicht verändert werden. Das Haupthaus ist ein zweigeschossiger Putzbau mit einem hoch ausgebautem Mansardendach. Das gesamte äußere Erscheinungsbild wurde, "bis ins Detail" unter Schutz gestellt.

Die Rentei, der Verwaltungsteil des Schlosses, ist ebenfalls zwei Stockwerke hoch. Die Erhaltung des Äußeren, dies gilt auch für die Turmuhr und die Toreinfahrt und soll die frühere Nutzung als Verwaltungsteil für das herrschaftliche Haus und für den Wirtschaftshof erkennen lassen.

Der etwas zurückgesetzt zwischen Haupthaus und Rentei liegende Rundbau mit seinen Außenmauern aus Backstein ist die ehemalige Kapelle. Anfang 2000 wurde in das Gebäude eine Zwischendecke eingezogen, unter der ein Badehaus und über der eine Gästewohnung eingerichtet wurden. Zu der ebenfalls geschützten Backsteinhofanlage von 1795 gehört eine Remise, eine Scheune, Ställe, Vorratsräume sowie Wohnungen. Die Hofanlage zeigt in Verbindung mit dem Schloss, dass herrschaftliches Leben und landwirtschaftliche Betätigung zusammen gehörten. Auch hier erstreckt sich der Schutz auf die Erhaltung des äußeren Erscheinungsbildes, wobei "Umbauten im Inneren zur Anpassung an moderne Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse" möglich sind.

Wer die Gebäude dennoch besichtigen möchte, kann sich beim Besitzer zur Führung anmelden

(RP)