Noah Mihan-Nejad engagiert sich bei den Jusos Meerbusch

Meerbuscher Nachwuchspolitiker : 18-jähriger Meerbuscher träumt vom Bundestag

Wir stellen in loser Folge junge Meerbuscher vor, die politisch aktiv sind. Den Auftakt macht Noah Mihan-Nejad von den Jusos.

„Warum werde ich auf einmal anders gesehen?“ Das fragte sich der Osterather Noah Mihan-Nejad, als im Jahr 2015 viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen. Die verbale Diskriminierung durch „normale“ Mitbürger, der er sich plötzlich ausgesetzt sah, war neu für den heute 18-Jährigen.

Also beschloss er, aktiv gegen Intoleranz und Ungerechtigkeit vorzugehen: Er schloss sich im Januar 2017 den Jungen Sozialdemokraten (Jusos) in Meerbusch an. „Es ist wichtig, dass in Zeiten von Populismus und Rechtradikalismus eine starke Gegenstimme links der Mitte als alternative und rebellische Kraft zur Auswahl steht“, sagte Noah Mihan-Nejad nach seiner Wahl in den Vorstand der Jusos Meerbusch im vergangenen Jahr. Die jungen Sozialen wollen sich für ein Miteinander und gegen die Diskriminierung von Minderheiten einsetzen, betonte er damals.

Die lokale Jugendpartei der SPD besteht in Meerbusch momentan aus rund 35 jungen Erwachsenen im Alter von 14 bis 35 Jahren. In der Stadt übernehmen die Jusos vor allen Dingen außenwirksame politische Aufgaben. So halfen sie zum Beispiel mit, Meerbuscher Wähler für die Europawahl im Mai zu mobilisieren. Sie zogen von Haus zu Haus und waren mit einem Infostand auf dem Markt in Osterath präsent. Trotz ihren zahlreichen Aktivitäten in der Stadt würden sich die Jusos dennoch „ein jugendfreundlicheres Klima“ in Meerbusch wünschen, erzählt Noah.

„Konserativ, programmatisch, links“, so beschreibt der Abiturient seine politische Ausrichtung innerhalb der SPD. Ihm macht die Politik viel Spaß, nicht zuletzt durch den Kontakt zu hochranigen SPD-lern, wie Heiko Maas. Mit dem Außenminister führte Noah einmal ein halbstündiges Gespräch über Rechtspolitik. Solche Momente motivierten die jungen Politiker natürlich sehr, erzählt er.

Bevor er sich jedoch in das Getümmel der Politik stürzt, strebt er ein Studium an. Er betont: „Politik muss immer die zweite Berufswahl bleiben.“ Noahs großer Traum bleibt es aber dennoch, irgendwann im Bundestag sitzen zu dürfen. Sein Tipp für andere junge Meerbuscher: „Wenn euch bewusst wird, warum ihr euch engagieren möchtet und welche Partei euch zusagt, dann klopft einfach bei euren lokalen Ortsverbänden an. So habe ich das damals auch gemacht.“

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