Nicolas von Lettow-Vorbeck besucht St. Martin seine Heimat Meerbusch

Brauchtum : Aus Berlin zum Martinszug nach Büderich

Nicolas von Lettow-Vorbeck wurde mit Sankt Martin groß. Er liebt diese Tradition und kehrt deshalb alle Jahre wieder in seine Heimat zurück. Auch am Montag ist er dabei. Mutter Inge engagiert sich seit Jahren im St. Martins-Komitee.

Man muss kein Kind sein, um sich auf Sankt Martin zu freuen. Dafür reichen schon die emotionalen Erinnerungen an früher. So geht es jedenfalls Nicolas von Lettow-Vorbeck. Der Journalist und Buchautor lebt seit langem in Berlin, aber jedes Jahr im November wird der Lockruf aus seiner alten Heimat übermächtig. Dann macht er sich auf nach Büderich. „Sankt Martin ist ein Fest des Miteinanders“, sagt er. „Es schafft Gemeinschaft, Identität und Kontinuität. Werte, die wir heute nötiger haben denn je.“

In allen Meerbuscher Stadtteilen sei das Brauchtum lange gewachsen und gut verwurzelt. „Erst aus der Ferne habe ich wirklich begriffen, was für einen einzigartigen Schatz es darstellt.“ Seine Verbundenheit wurde auch dadurch so stark gefestigt, weil er von frühester Kindheit an durch seine Mutter hautnah miterlebte, wie stimmungsvoll Sankt Martin in Büderich gefeiert wird und wie viel Arbeit in den Vorbereitungen steckt. Inge von Lettow-Vorbecks Engagement für das St. Martins-Komitee begann vor über drei Jahrzehnten, seit vielen Jahren ist sie dessen Vorsitzende und seit Wochen mit vielen ehrenamtlichen Helfern unermüdlich im Einsatz.

Gerade wurden wieder gut 700 Martinstüten gepackt. „Ohne die Unterstützung dieser fleißigen Frauen und Männer wäre Sankt Martin gar nicht denkbar“, weiß Nicolas von Lettow-Vorbeck. Er fordert die jungen Meerbuscher auf, sich aktiv beim Verein zu beteiligen, „damit auch künftige Generationen den Zauber und die wichtige Botschaft dieses Festes erleben können.“ Vor der Erlöserkirche in Berlin-Moabit hat er mit seiner Frau einen „Probelauf“ mit der Laterne absolviert. Und gewiss wird er die von Schülern gebastelten Fackeln begutachten, die am Sonntag von 16 bis 18.30 Uhr in der Adam-Riese-Schule an der Witzfeldstraße 41 ausgestellt werden.

Der Martinszug am Montag in Büderich beginnt um 17 Uhr, Start ist an der Theodor-Hellmich-Straße am Dr. Franz-Schütz-Platz. Der Heilige Mann wird ihn hoch zu Ross begleiten und sich an drei Haltepunkten jeweils an anderer Stelle einreihen, damit alle Kinder die Möglichkeit haben, Sankt Martin aus nächster Nähe zu sehen. Zum ersten Mal sind auch Zweitklässler aus der japanischen Schule mit ihrem Schulleiter Nakada dabei, der in Meerbusch wohnt. Auf der Wiese am Schwimmbad lodert gegen 18 Uhr das Martinsfeuer. Nach der Mantelteilung nehmen Vorschulkinder mit entsprechenden Marken ihre Tüten in Empfang. „Bei den Weckmännern leisten wir in diesem Jahr einen Beitrag zum Umweltschutz“, kündigt Inge von Lettow-Vorbeck an. „In den Schulen kommen sie unverpackt an. Wenn Hüllen gebraucht werden, sind sie aus Papiertüten und nicht aus Plastikfolie.“ Traditionell werden am Tag nach Sankt Martin die über 80-jährigen Büdericher Senioren mit den Stutenkerlen beschenkt. In diesem Jahr klingeln einige Besucherinnen aus berufsbedingten Gründen bereits am Freitag oder Samstag an den Türen. Ende November hat Inge von Lettow-Vorbeck alle Beteiligten zu einem Nachtreffen eingeladen. Auch die Vorsitzende würde gern neue Mitglieder in den Kreis aufnehmen. Denn eines ist klar: Sankt Martin 2020 kommt bestimmt.

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