Meerbusch: Neuer Vikar für Hildegundis

Meerbusch : Neuer Vikar für Hildegundis

Pater Mathew Vempala (71) hat seinen Dienst in der Pfarrei Hildegundis von Meer angetreten und stellt sich den Gemeindemitgliedern vor. Sein Vertrag ist zunächst auf zwei Jahre befristet.

"Ich habe nicht lange überlegt. Nach zwei Tagen war die Entscheidung gefallen, dass ich nach Meerbusch gehe", sagt Pater Mathew "Bruder Matthäus" Vempala (71). Der neue Pfarrvikar ist in der Pfarrei Hildegundis von Meer angekommen, um die Geistlichen vor Ort zu unterstützen. "Meine Aufgabe ist die Entlastung", sagt Bruder Matthäus, die Anrede, mit der er in Meerbusch angesprochen werden will.

Die Pfarrei hat den indischen Geistlichen der Missionare des heiligen Franz von Sales den Gemeinden in Osterath, Lank-Latum und Strümp schon vorgestellt. In den kommenden Wochen soll dies auch in den anderen Gemeinden geschehen. In allen Bereichen des Kirchenlebens wird Pfarrvikar Vempala anzutreffen sein. "Außer bei Verwaltungsaufgaben", so Vempala.

Umweg in den Orden

Mit Bruder Matthäus ist in Meerbusch eine Persönlichkeit angekommen, die in ihrem Leben bereits viel erlebt hat. Im indischen Bundesland Visakhapatnan aufgewachsen, fand Mathew Vempala seinen Weg nicht sofort zu seinem Orden. "Dort wollten über 100 Männer eintreten. Der Orden konnte aber nur 30 nehmen", so der Vikar. Über einen Umweg gelang es ihm dennoch, in den Kirchendienst einzutreten.

Das Priesterseminar besuchte er bereits 1967 in der süddeutschen Stadt Eichstädt-Opladen. "1971 bin ich zum Priester geweiht worden", berichtet Bruder Matthäus. Vorher hatte er in Indien bereits Philosophie studiert (B.A.).

Nach der Priesterweihe legte er aber noch zwei Ausbildungen drauf. "Ich habe bei Siemens eine Ausbildung zum Informationselektroniker gemacht und danach noch eine zum Radio- und Fernsehtechniker."

Mit diesem Wissen reiste er 1976 für sechs Jahre zurück nach Indien, um dort eine Werkstatt zu errichten und sein Können weiterzugeben. "Das klappte dort aber wegen finanziellen Schwierigkeiten nicht", so Bruder Matthäus.

Zunächst wollte er daraufhin in die Missionsarbeit als Pastor gehen, sein Bischof brauchte ihn aber in der Verwaltung. Dann erreichte ihn 1985 "ein SOS aus Süddeutschland." Eine Pfarrei suchte dringende Unterstützung, Vempala sagte sofort zu. Weitere Stationen in Deutschland folgten. Die längste Zeit arbeitete Bruder Matthäus 1989 bis 2006 in Übach-Palenberg (zwischen Aachen und Heinsberg). 1998 erlitt er einen Herzinfarkt. "Ich habe sechs Bypässe", so Vempala.

Zuletzt war er für fünf Jahre für das Bistum Aachen tätig. Als sein Vertrag auslief, hätte er eigentlich in den Ruhestand zurück nach Indien gehen können. "Das wollte ich aber nicht", so Vempala. Seine Freistellung drang schnell bis zu den Ohren von Pfarrer Norbert Viertel, der schnell schaltete. "Er hat mich hierher geholt", so Bruder Matthäus.

(RP/jul)