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Neuer Schützenkönig in Meerbusch Lank-Latum

Brauchtum in Meerbusch : Markus Reiners ist neuer König von Lank

Nach vier Jahren Regentschaft folgt auf Corona-König Dieter Niedzwetzki der Marinekapitän Markus Reiners an der Spitze der St. Sebastianus-Bruderschaft Lank-Latum. Er will das Brauchtum auch für die Jugend interessant machen.

Konkurrenz um die Königswürde gab es für Markus Reiners an der Vogelstange nicht und so konnte der Chef der Marinekompanie ganz entspannt dem Königsvogel zu Leibe rücken. Der Adler gab schließlich nach und machte so den 35-Jährigen zum König von Lank und Latum. Beim anschließenden Regimentsantreten konnte Brudermeister Jürgen Santen nicht nur die neue Majestät vorstellen, sondern auch den neuen Prinzen Fabian Hasenbrink. Ihre Amtsketten übernahmen außerdem Finanzminister Marian Lampasiak und Kriegsminister David Bathen, als Ordonnanzoffizier fungiert Marcel Beesen.

Mit Markus Reiners übernimmt ein König mit Führungserfahrung das Ruder der Lank-Latumer Schützenmonarchie. Seine Zeit als Vorsitzender und Kapitän der Marinekompanie hat der 35-Jährige mit Pandemiebeginn übernommen und so gleich seine erste Krise meistern müssen. Dass dies gelungen ist und seine Marine für Kinder und Jugendliche attraktiver werden soll, zeigten bei den Umzügen die hochmotivierten „Marinekinder“, die in Matrosenanzug und -kleidchen ein hübsches Bild abgaben.

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Mit drei Kindern zwischen zehn und 15 Jahren steuert auch das Königspaar Markus und Jessica seinen Teil zur Zukunft des Brauchtums bei. Beruflich ist der 35-jährige Monarch übrigens bei einem großen Telekommunikationsunternehmen für den Glasfaserausbau für Geschäftskunden zuständig. Seine Residenz wird das Königspaar in der Wasserstadt errichten, was für die Schützen kurze Wege zum Festplatz bedeutet.

Ein Lank-Latumer König braucht mit Hinblick auf das gespannte Verhältnis zu den störrischen Latumern, die immer wieder auf ihre Unabhängigkeit pochen, stets einen guten Kriegsminister. Dieses Amt übernimmt David Bathen mit Ehefrau Jennifer. Als Logistikleiter dürfte der 34-Jährige Aufmarsch und Ausrüstung perfekt organisieren. Wie sich die königlichen Truppen am Kaldenberg schlagen werden, hängt aber natürlich vom Zustand der Freischar im kommenden Jahr ab.

Als Finanzminister dient seinem König der 36-jährige Marian Lampasiak. Der Landmaschinenchniker ist seit 15 Jahren bei der Marine und auch die Kinder Niklas (6) und Antonia (3) laufen bei den Marinekindern mit. Als Ministergattin verbreitet die Medizintechnikerin Anna Lampasiak gute Laune im Königshaus.

Für Fabian Hasebrink wäre das Vogelschießen 2002 eigentlich die letzte Chance auf den Prinzentitel gewesen. Da das Schießen wegen der Pandemie allerdings ausgefallen war, durften auch die Anwärter teilnehmen, die in den vergangenen zwei Jahren die Altersgrenze überschritten hatten. Der Sappeur, der im Zivilleben für die Bankenaufsicht arbeitet, konnte sich gegen sechs weitere Anwärter durchsetzen und seinen Traum verwirklichen. Jetzt fehlt ihm nur noch die passende Prinzessin, wobei König Markus Reiners zuversichtlich ist, dass sich bis zum Schützenfest eine junge Dame finden wird. Schließlich sei sein stattlicher Prinz bei zahlreichen Auftritten ja nicht zu übersehen.

Dass mit Ordonnanzoffizier Marcel Beesen ein Freischärler dem Königshaus aufwartet, liegt an den familiären Verbindungen. Königin und Ministerin sind Großcousinen des 31 Jahre alten Braunrockes, der schon seit 2006 bei der Freischar aktiv ist und bereits so manche Barrikade verteidigt hat. Im seinem Amt tritt er außerdem in die Fußstapfen seines Onkels Frank Beeser.

Als Hofdamen gehören außerdem Kyra Michels, Lina Bongartz, Malin Raven und Jule Prinz, die ihren ersten Auftritt wegen Corona verpasste, zum königlichen Hofstraat.

Ein langes Spalier mit fast allen Uniformen des Regimentes bildete sich am Samstagabend anlässlich der Jubilarsehrung. Mit Peter Beeser, ehemals Freischaradjutant und „Höllenhund von Latum“ konnte der Senior der Bruderschaft schon im Vorjahr unglaubliche sieben Jahrzehnte im Schützenwesen vollmachen. Mit ihm wurden weitere elf Schützenbrüder für jeweils mehr als fünf Jahrzehnte Mitgliedschaft mit dem Ehrenbrief des Bezirksverbandes Krefeld-Willich-Meerbusch sowie dem Jubelorden des Bundes der historischen Deutschen Schützenbruderschaften ausgezeichnet. Unter tosendem Beifall wurden sie durch das Spalier ihrer Schützenkameraden zurück auf ihre Plätze geleitet.