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Meerbusch: Neue Stadtbahnlinie soll eher kommen

Meerbusch : Neue Stadtbahnlinie soll eher kommen

Heute wird die Stadt Düsseldorf über den aktuellen Planungsstand der U81 vom Norden Düsseldorfs über Büderich zum Handweiser berichten. Überraschende Entwicklung: Der Bau der Trasse soll vorgezogen werden

Die geplante Anbindung des Handweisers an die Düsseldorfer Innenstadt über eine neue Straßenbahntrasse via Büderich könnte deutlich eher fertiggestellt werden als bislang geplant. Das geht aus einem Papier zum aktuellen Planungsstand der Stadtbahn-Linie U81 hervor, das der Düsseldorfer Verkehrsdezernent Stephan Keller heute Nachmittag im Verkehrsausschuss der Landeshauptstadt erläutern wird.

Demnach plädiert die Düsseldorfer Verwaltung dafür, den Bauabschnitt vom Handweiser über das Areal Böhler und Niederkassel bis zum Freiligrathplatz im Düsseldorfer Norden vorzuziehen. Bislang war diese Trasse als letzter der insgesamt drei Bauabschnitte vorgesehen, nun soll er auf Rang zwei vorrücken.

"Die Neubaustrecke ist trassierungstechnisch und baulich machbar", heißt es in der Verwaltungsvorlage. "Ein vorläufiges Ergebnis der überschlägigen Standardisierten Bewertung ergibt einen Nutzen-Kosten-Faktor von 1,5 — somit wäre die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen und die grundsätzliche Förderfähigkeit gegeben." Noch aber ist die Machbarkeitsuntersuchung nicht abgeschlossen.

In der sollen mehrere Varianten untersucht werden. Die Stadt Meerbusch wünscht sich eine Trassenführung um das Areal Böhler herum, um so auch den Büdericher Süden an die neue Stadtplan-Linie anschließen zu können. Denn auf der Brachfläche sollen demnächst Einfamilienhäuser und Bürogebäude errichtet werden. Bereits vor sieben Jahren hatte der Stadtrat deshalb einen Bebauungsplan verabschiedet, in dem die Umfahrung des Böhler-Geländes festgesetzt ist. Die Stadt Düsseldorf hingegen plädiert für eine Streckenführung entlang der Böhlerstraße, um Fahrzeit zu sparen.

Die Meerbuscher Verwaltung setzt auf den Faktor Zeit. "Um die von Düsseldorf gewünschte Trassenführung zu erlangen, müsste der Bauträger bei der Bezirksregierung Düsseldorf einen Planfeststellungsbeschluss erwirken. Die Erfahrung zeigt aber, dass die schnellsten Verfahren die einvernehmlichen Verfahren sind", erklärte Wolfgang Trapp, Leiter des Fachbereichs "Straßen und Kanäle", bereits im vergangenen Jahr im Gespräch mit unserer Zeitung. Was er damit meinte: Streiten sich die beiden Städte, dauert das ganze Verfahren länger. Also hofft man, dass Düsseldorf einlenkt und es nicht darauf ankommen lässt, dass der Regierungspräsident entscheiden muss.

In die Auseinandersetzung um die Trassenführung der U81 hat die Rheinbahn einen Kompromiss ins Spiel gebracht. Statt der von Meerbusch favorisierten "Böhlerschleife" zur Anbindung des Büdericher Südens sei auch eine zusätzliche U76-Haltestelle zwischen den Haltestellen "Landsknecht" und "Lörick" denkbar, erklärte ein Sprecher.

(RP/jco)