Neue Regel für Radfahrer in Meerbusch-Büderich

Radwege in Büderich : Hohegrabenweg: Radler müssen jetzt auf die Straße

Bislang gab es am Hohegrabenweg einen kombinierten Geh- und Radweg. Nun wurden die entsprechenden Schilder abgebaut.

Arg verwundert hat ein RP-Leser die neuen Schilder am Hohegrabenweg in Büderich registriert: „Bislang war das ein kombinierter Geh- und Radweg“, erzählt er. „Das klappte auch sehr gut. Aber seit einiger Zeit stehen da neue Schilder, die den gesamten Weg als Fußgängerweg ausweisen.“ Die alten Schilder mit dem geteilten Symbol wurden entfernt, der Weg selbst ist aber noch in zwei Farben markiert. Der Anwohner fragt: „Müssen die Kinder und Jugendlichen, die täglich über den Hohegrabenweg zur Schule fahren, künftig auf die Straße ausweichen?“ Seiner Meinung nach eine schlechte Lösung: „Das ist doch viel zu gefährlich.“

Das Schild auf dem Hohegrabenweg Richtung Niederdonker Straße. Foto: Verena Bretz

Eine Nachfrage bei der Stadt ergibt, dass das Ganze nicht etwa ein Versehen ist, wie der Anwohner gehofft hatte. Ein Sprecher erklärt: „Die Stadt Meerbusch ist gesetzlich verpflichtet, Radwege hinsichtlich der Aufrechterhaltung ihrer Benutzungspflicht zu überprüfen.“ Hintergrund sei eine im Jahr 2009 in Kraft getretene Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung (StVO). Diese sehe vor, dass Radfahrer nur dann mit den entsprechenden Schildern „gezwungen“ werden dürfen, einen Radweg zu benutzen, wenn dieser Radweg bzw. der angrenzende Gehweg ausreichend breit ist und es „aus Gründen der Verkehrssicherheit oder des Verkehrsablaufs zwingend erforderlich ist“, diesen zu nutzen. Solche Gründe könnten etwa starker Autoverkehr oder ein hoher Lkw-Anteil sein. Ansonsten sei es oft sogar sinnvoller, wenn Radfahrer auf der Fahrbahn führen: Unfallforscher hätten festgestellt, dass das Radfahren innerorts auf vielen Straßen sicherer sei als auf dem Radweg. Radfahrer würden sich auf der Fahrbahn nämlich im Blickfeld der Autofahrer bewegen und so beim Abbiegen rechtzeitig wahrgenommen. Dadurch könnten Unfälle vermieden werden. Auf dem Hohegrabenweg, so erklärt der Sprecher weiter, habe die Prüfung ergeben, dass der Radweg zwischen der Straße Im Bachgrund und Niederdonker Straße aufgehoben werden muss. Deshalb wurde der frühere Geh- und Radweg neu ausgeschildert, und Radfahrer müssen ab sofort die Fahrbahn nutzen. Der Grund: Der Hohegrabenweg sei in diesem Teil als Tempo 30-Zone ausgeschildert, „und in Tempo 30-Zonen sind baulich abgesetzte Radwege und benutzungspflichtige Radwege gemäß der StVO nicht vorgesehen“.

Änderungen gibt es übrigens auch auf der Kanzlei in Büderich. Dort wurde der frühere Geh- und Radweg ebenfalls neu ausgeschildert. „Die Benutzungspflicht des Zweirichtungsradweges auf der Kanzlei konnte nicht aufrecht erhalten werden“, erklärt der Sprecher. „Demzufolge müssen die Radfahrer im Status Quo die Fahrbahn nutzen. Leider geben die Gegebenheiten vor Ort keine andere rechtskonforme Lösung her.“

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