Erwin-Heerich-Haus in Meerbusch: Neue Kanäle für Osterath

Erwin-Heerich-Haus in Meerbusch : Neue Kanäle für Osterath

400.000 Euro investiert die Stadt Meerbusch in drei Osterather Kanalsysteme. Die Bauarbeiten haben gerade begonnen und sollen zum Ende der Ferien beendet sein.

Jeder Hauseigentümer muss das Kanalnetz für sein Eigentum selber in Ordnung halten. Soweit so gut. Dass das nicht jeder macht, ist die eine Seite. Die andere: Auch die Stadt ist Eigentümerin, zum Beispiel von Schulen und Kitas. Und genau diese Kanäle für die städtischen Gebäude muss sie selbst in Schuss halten, verhindern, dass Abwasser in den Boden sickert und sich mit dem Trinkwasser vermischt.

„Wir haben einen erheblichen Sanierungsbedarf an unseren Kanälen festgestellt“, sagt Claus Klein, Leiter Service Immobilien der Stadtverwaltung. Vor allem die Rohre unter Schulen und Kitas seien betroffen. so dass vor zwei Jahren ein großes Sanierungsprojekt gestartet wurde. Aber: Die NRW Bank hat zugesagt, die Hälfte der Kosten per Zuschuss zu übernehmen, dieser Bewilligungsbescheid aber hakte wegen des Wechsels der Landesregierung im letzten Jahr. So floss das Geld erst in diesem Jahr, und die Stadt konnte erst jetzt mit den Bauarbeiten starten.

Drei Baustellen sind im Programm: der alte Schulhof vor dem Erwin-Heerich-Haus in Bovert, in das gerade städtische Mitarbeiter eingezogen sind, die Kanäle am Grundschulverbund Wienenweg und an der Eichendorffschule an der Görresstraße. An allen drei wird parallel gearbeitet, damit die Arbeiten in den sechs Wochen geschafft werden. Die Baustelle in Bovert kostet 175.000 Euro, die am Wienenweg 100.000 Euro, die an der Görresstraße 120.000.

Bevor die Kanäle saniert werden, musste die Stadt unterirdische Aufnahmen machen und setzte ein Roboter-Kamerasystem ein. Wo liegen überhaupt Kanäle, wo sind sie defekt? Mögliche Sanierungsgründe: „Es kann sein, dass Kanäle abgesackt oder Rohre zusammengebrochen sind, es kann aber auch sein, dass Wurzeln von Bäumen auf der Suche nach Wasser in die Rohre reingewachsen sind“, so Claus Klein. Dass sich überhaupt die Wurzeln in die Rohre bohren können, liege an den veralteten Dichtungen. Klein: „Früher wurden die Rohre gesteckt und mit Teerstücken abgedichtet, heute setzt man Muffen mit Dichtung ein.“

Die Reparatur läuft in zwei Verfahren: Entweder wird der Kanal frei gegraben – wie auf dem Schulhof in Bovert -, oder es werden im so genannten geschlossenen Verfahren unter Einsatz von Robotern die Rohre neu verlegt.

Die Bauarbeiten vor dem Erwin-Heerich-Haus in Bovert gehören zum großen Umbauprogramm der Rathaus-Filiale. Ein Jahr wurde dort jetzt gebaut, eine Million Euro hat die Stadt investiert. Drinnen wurde alles komplett geändert, große Klassenräume wurden gedrittelt und zu einzelnen Büros umgebaut. Neue Toiletten, neue Teeküchen, neue Flurbeläge, neuer Anstrich, neue Brandschutztüren. Obwohl. „Wir haben unter den Böden die Fliesen von früher entdeckt und konnten sie erhalten“, so Claus Klein.

Jeder Meter Kanalrohr ist im Plan verzeichnet. Foto: RP/Anke Kronemeyer
An den Wänden hängen Kunstwerke von Erwin Heerich. Foto: RP/Anke Kronemeyer
Die alten Fliesen konnten erhalten werden. Foto: RP/Anke Kronemeyer

Und auch die Kunst vom Namensgeber des Hauses, Erwin Heerich, hängt repräsentativ im Flur. Zurzeit arbeitet der Stab der Bürgermeisterin in den Räumen, das Rechtsamt ebenso, die Asylberatung ist dort schon länger untergebracht. Wenn das Rathaus in Büderich kernsaniert ist, zieht ein Teil der Mitarbeiter dort hin zurück, dann sollen die zentralen Dienste aus den bisher angemieteten Räumen an der Moerser Straße in das Erwin-Heerich-Haus ziehen.

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