Meerbusch: Neubürger drohen mit Klage

Meerbusch : Neubürger drohen mit Klage

Ausbau Sportplatz Strümp: Anwohner der Heinrich-Heine-Straße werfen der Stadt "arglistige Täuschung" vor und drohen mit Klage. Nun soll das gesamte Projekt offenbar verändert werden. Kommt Kunstrasen auf den Wiesenplatz?

Die Sitzung des Planungsausschusses am 4. Mai dürfte mit einem Paukenschlag beginnen. Nach RP-Informationen plant die Verwaltung, den neuen Strümper Kunstrasenplatz mit Flutlichtanlage vom Mönkesweg weg, hin zur Rückseite der Heinrich-Heine-Straße zu verschieben. Dort liegt heute ein Rasenspielfeld. Der Plan dürfte viele Neubürger am Strümper Busch in Rage versetzen.

An der Heinrich-Heine-Straße gärt es schon jetzt. Neubürger erheben schwere Vorwürfe gegen die Stadt, fühlen sich beim Kauf der Grundstücke durch die Kommune "arglistig getäuscht".

Dies könnte Schadenersatz- und Rückabwicklungsklagen in Millionenhöhe zur Folge haben — und den geplanten Ausbau des Sportplatzes weiter verzögern. Auch vom Mönkesweg kommen Klagedrohungen, die im Falle einer Verschiebung des Kunstrasenplatzes aber möglicherweise gegenstandslos würden.

Planungsdezernent Dr. Just Gérard sieht die Lage gelassen. Er kündigte an, dass der Sportplatz-Ausbau im Ausschuss "neu diskutiert" werde: "Wir wollen niemandem etwas aufzwingen". Nach RP-Informationen wird die Verwaltung eine abgespeckte Version vorstellen (zwei statt drei Plätze). Neben dem verschobenen Kunstrasenplatz bliebe der Ascheplatz bestehen.

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Spielbetrieb auf der Wiese

Die Heine-Straßen-Anwohner kritisieren, die Stadt habe beim Verkauf der Grundstücke den geplanten Sportplatz-Ausbau nicht erwähnt und den laufenden Spielbetrieb auf der Wiese (an der Rückseite der Heine-Straße) kleingeredet, offenbar um die Grundstücke am Lärmwall überhaupt verkaufen zu können. "Als ich 2007/08 dort gebaut habe, wusste ich nichts von den Plänen für den Ausbau des Sportplatzes — und vom Vertrag der Stadt mit dem SSV Strümp über die Nutzung der Rasenfläche", sagt Jürgen Schneider und fügt hinzu: "Die Stadt ist ihrer Bringschuld nicht nachgekommen. Hätte ich das alles gewusst, hätte ich dort nicht gebaut".

Eine Familie hat bereits einen Anwalt eingeschaltet. Sie wirft der Stadt vor, nicht über die zurzeit als Rasenspielfeld genehmigte Fläche hinter der Heine-Straße informiert worden zu sein. "Man hat uns gesagt, da werde ,gelegentlich' mal gekickt. Das war alles", so die Neubürgerin. Auch in den Verkaufsunterlagen sei dazu nichts zu finden. Die Familie mit zwei Kindern baute zweistöckig, also deutlich höher als der Lärmwall — mit dem Schlafzimmer Richtung Rasenfläche. "Schallschutzfenster hat man uns nicht vorgeschrieben. Wenn dort nachmittags gespielt wird, ist an Schlaf nicht zu denken". — "Wir haben nichts gegen die Sportler, aber Fußballplätze gehören nun mal nicht so nah an ein Wohngebiet".

"Stadt hat keine Bringschuld"

Planungsdezernent Gérard sieht beim Sportplatz-Ausbau keine Bringschuld der Stadt gegenüber den Heine-Straßen-Anwohnern. Sie hätten schließlich den Lärmschutzwall zur Hälfte mitfinanziert — und beim Kauf der Häuser zugestimmt, die Festsetzungen des Bebauungsplans zu erfüllen. Und im B-Plan sei auch der Ausbau der Sportanlage enthalten.

Im überarbeiteten Plan würde laut Gérard auch auf die Umwandlung der Gegend um den Mönkesweg aus einem "Reinen" in ein "Allgemeinen Wohngebiet" (dort sind die zulässigen Lärmgrenzen fünf Dezibel höher) verzichtet. Anwohner hatten angekündigt, dagegen zu klagen. Frage des Tages

(RP)
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