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Meerbusch: Natur erleben mitten in Nierst

Meerbusch : Natur erleben mitten in Nierst

Die 50 Kinder der Städtischen Kindertagesstätte "Mullewapp" halten sich viel in der Natur auf. Da die Kita weit draußen liegt, können die Kleinen zum Beispiel ungestört über Äcker laufen und auch Kartoffeln aufsammeln.

nierst Es kommt schon mal vor, dass die Leiterin der Städtischen Kindertagesstätte "Mullewapp", Christine Gebhardt-Radek, Kinder mit einem Pflaster verarzten muss. Nicht unbedingt die, die unter ihrer Aufsicht stehen, sondern jene, die auf dem Weg zur Schule auf die Nase geflogen sind. Das liegt zum einen daran, dass die Kita im Herzen von Nierst liegt – neben Dorfplatz und Kirche – und der Bus direkt vor der Tür hält. Zum anderen aber auch, weil die meisten Schulkinder früher selbst einmal in diese Einrichtung gingen und Gebhardt-Radek kennen.

Multifunktionelles Gebäude

Ein weiterer Grund dürfte sein, dass das Gebäude, eine ehemalige Schule, nicht nur als Kindergarten genutzt wird. "Im Anbau findet aktives Vereinsleben statt. Dort wird beispielsweise auch der ,Seniorenkaffee' angeboten", erzählt Gebhardt-Radek. Dieser Saal verwandelt sich zwei Mal in der Woche aber zum Bewegungsraum für die Drei- bis Sechsjährigen. Im oberen Stockwerk befinden sich noch drei Mietwohnungen. Der Kindergarten hat jedoch einen separaten Eingang.

Im Vergleich zu anderen städtischen Kindergärten ist "Mullewapp" mit zwei Gruppen (50 Kinder) recht klein. Eine U3-Betreuung wird nicht angeboten. Dafür fehle der Platz, sagt die Kitaleiterin. In jeder Gruppe sind 14 Kinder, die mittags in der Einrichtung essen. Das Frühstück bringen die Kleinen von zu Hause mit. Viele von ihnen kommen aus einer Familie mit mehr als zwei Kindern. Drei Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte arbeiten in der Kita.

Im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit stehen das Forschen und Experimentieren. Die Kita trägt das Zertifikat "Haus der kleinen Forscher". Den Kindern werden gezielt Angebote gemacht, die das Interesse an Technik und Naturwissenschaften wecken sollen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Naturerfahrung. Die Kinder halten sich viel in der Natur auf, laufen über die Äcker, sammeln Kartoffeln auf, die dort liegen geblieben sind. Ideale Bedingungen. Durch die Randlage müssen die Kinder und Betreuerinnen allerdings viele Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen. Positiver Nebeneffekt: Die Kinder lernen so, sich richtig im Straßenverkehr zu bewegen. Sie machen Ausflüge ins Museum, in die Stadtbücherei, zur Polizei oder Feuerwehr.

Neben den vielen Aktivitäten und Angeboten mögen die Kinder eines ganz besonders: Karneval zu feiern. Zum Fest der Narren steht auf dem Hof ein großes Zelt, Eltern und Kinder feiern gemeinsam, eine Karnevalsprinzessin und ein -prinz fehlen dabei auch nicht. Ein großer Spaß, sagt Gebhardt-Radek.

(RP)