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Meerbusch: Nach Unfalltod: Bezirksregierung ermittelt

Meerbusch : Nach Unfalltod: Bezirksregierung ermittelt

Im Nachgang zum Unfalltod einer Meerbuscher Ärztin nach einer 24-Stunden-Schicht in der Krefelder Helios-Klinik hat die Bezirksregierung jetzt Klärungsbedarf geltend gemacht. Die Rede ist von "Unregelmäßigkeiten" im Zusammenhang mit Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes.

"Auf Basis der der Bezirksregierung vorgelegten Arbeitszeitnachweise wurden Unregelmäßigkeiten gegen die Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes festgestellt", erklärte die Bezirksregierung auf Anfrage. Es bestehe teilweise eine "Diskrepanz zwischen den aufgezeichneten und den tatsächlich geleisteten Arbeitszeiten, so dass eine weitere Klärung notwendig sein wird". Die Helios-Klinik Hüls habe der Aufsichtsbehörde zur weiteren Aufklärung des Sachverhaltes eine schriftliche Stellungnahme bis Ende der 33. Kalenderwoche zugesagt, so die Düsseldorfer Behörde weiter. Die Ermittlungen der Bezirksregierung Düsseldorf dauerten an.

Hintergrund: Eine Internistin der Klinik ist am 20. Juni nach einer 24-Stunden-Schicht auf dem Heimweg nach Meerbusch auf der Nieper Straße tödlich verunglückt. Die 56-jährige Ärztin war aus ungeklärter Ursache auf der Landstraße auf die Gegenfahrbahn geraten und stieß mit dem Wagen einer entgegenkommenden 82-jährigen Moerserin zusammen. Die Ärztin starb, die 82-Jährige überlebte schwerverletzt.

Da die Ärztin in einer völlig unproblematischen Verkehrssituation auf die Gegenfahrbahn geriet, gab es sofort den Verdacht, dass sie an Übermüdung litt und durch Sekundenschlaf die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlor.

Wenige Tage nach dem Unfall lief bei der Staatsanwaltschaft ein anonymer Brief mit Vorwürfen gegen die Klinik ein. Kern: Die Ärztin sei übermüdet gewesen, weil sie länger gearbeitet habe, als arbeitsrechtlich erlaubt. Helios hat dies scharf zurückgewiesen und Anzeige wegen Verleumdung erstattet. Die Ärztin soll laut anonymer Anzeige nicht 24 Stunden, sondern 26,5 Stunden gearbeitet haben.

Helios zeigte sich gelassen über den Zwischenbericht aus Düsseldorf. Die Diskrepanz zwischen aufgezeichneten und tatsächlich geleisteten Arbeitszeiten beziehe sich auf einen einzigen konkreten Sachverhalt, der sich noch in Abklärung befinde, sagte eine Sprecherin.

(RP/ac)