Meerbusch: Myriameterstein in Nierst

Meerbusch : Myriameterstein in Nierst

NIERST Sie stehen zwischen Basel und der Grenze zu den Niederlanden am Rheinufer: die Mayriametersteine. Rund 70 preußische "Rheinmesspunkte" sind noch erhalten, einer davon in der Nähe des Ufers in Nierst. Diese historischen Kilometersteine sind ursprünglich alle 10 000 Meter rechts und links des Rheins zwischen Basel und Rotterdam aufgestellt worden. Viele von ihnen wurden jedoch inzwischen entfernt und nie wieder aufgestellt. Nur in Rheinland-Pfalz und im Regierungsbezirk Düsseldorf stehen die markanten, pyramidenförmigen Steine unter Denkmalschutz.

Die "Central-Commission für die Rhein-Schiffahrt" ordnete am 25. Mai 1864 in Amsterdam nach der Begradigung des Oberrheins erstmals eine Gesamtvermessung des Stroms an. Der Anfangspunkt sollte an der Mittleren Brücke in Basel an Stromkilometer 166,6 liegen. Enden sollte die Vermessung an der Mündung. Drei Jahre später wurde dann beschlossen, dass für die Kennzeichnung der Vermessungspunkte Myriametersteine gesetzt werden sollte. Die Steine bestehen aus Ibbenbürener Sandstein und sind ungefähr 1,20 Meter hoch. Oben enden sie in einer flachen, vierseitigen Pyramide.

Aufgrund ihrer geringen Größe zählen diese Steine zu den Kleindenkmälern. Alle vier Seiten des Myriametersteins waren beschriftet: die Rheinseite trägt die Nummer des Steins. Darunter beschreibt die Angabe AP die Höhe des Steins über dem Amsterdamer Peil (Amsterdamer Pegel, entspricht NN), was wichtig für die Berechnung des Flussgefälles ist. Auf der Landseite wurden die Entfernungen von Basel und bis Rotterdam angegeben. 590 Kilometer sind es von Nierst bis Basel, 234 Kilometer bis Rotterdam.

2004 wurde der Nierster Myriameterstein restauriert. Das hieß für die Fachleute heute aber nicht, das ursprüngliche Erscheinungsbild von vor 150 Jahren wieder herzustellen. Der Ist-Zustand wird erhalten, weiterem Verfall vorgebeugt. Weder der ehemalige schwarz-weiße Anstrich noch die völlig verwitterte Schrift wurden erneuert. Statt dessen soll künftig eine Hinweistafel Spaziergänger über den einstigen Sinn des Steins aufklären. ESTHER MAI

Morgen: Das alte Rathaus in Osterath

(RP)
Mehr von RP ONLINE