Muttertag in Meerbusch: Muttersein zum Lachen

Muttertag in Meerbusch : Kind vergessen und Ostern verlegt

Nicht immer läuft bei der Kindererziehung alles wie geplant. Zum Muttertag erinnern sich sieben Frauen an Momente, über die sie heute lachen können.

Michaela Freifrau Heereman, in Ossum lebende Theologin, Publizistin und sechsfache Mutter, blickt zurück: "Wir waren mit unseren fünf Kindern essen gegangen. Wieder zu Hause zählten wir durch: eins, zwei, drei, vier...?. Vincenz, mit vier Jahren damals unser Jüngster, fehlte. Wo konnte er hingelaufen sein, ob er gar unter ein Auto ....? Wir stürmten ins Restaurant. Wer saß seelenruhig auf einem Tisch und unterhielt die Kellner? Vincenz. Er habe gesagt, so wurde uns berichtet, seine Mami würde immer etwas verlieren, aber sie würde es fast immer wiederfinden."

Daniela Doliwa hat ihre Leidenschaft für das Reiten vererbt. Foto: Doliwa

Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage, erinnert sich: "Mein Sohn Daniel wurde zwei Jahre alt. Ich hatte für die Geburtstagsbesucher die Kaffeetafel fein gedeckt, eine Torte draufgestellt und war in der Küche beschäftigt. Auf einmal hörte ich ein eigenartiges Geräusch und sah mit Entsetzen, dass Daniel mit seinen kleinen Händen an der Tischdecke gezogen hatte. Er leckte mit Genuss an den Fingern, die er in die Torte gesteckt hatte. Mein Sohn liebte Kuchen, aber die Textaufgaben im späteren Rechenunterricht waren überhaupt nicht sein Fall. Auf die Frage, was passiert, wenn drei von zehn Möhren in einer Suppe verkocht werden, antwortete er: Wir müssen überlegen, was wir morgen kochen. Ich war damals verzweifelt, aber letztendlich hat Daniel Mathematik als Leistungsfach gewählt." Maxi von Zittwitz, Buchhändlerin "Mrs. Books" erzählt: "Fritzi, meine vierjährige Tochter, hatte in diesem Jahr zwei Tage vor Ostern Geburtstag. Die Feier für ihre Freundinnen habe ich gerade noch geschafft, aber Vorbereitungen für das Fest waren bei dem starken Ostergeschäft in den beiden Buchhandlungen einfach nicht drin. Also habe ich die Eierfarben ins Urlaubsgepäck verstaut und mit ins Ferienhaus nach Schweden genommen. Dort haben wir gefärbt, gebacken und Ostern eine Woche später gefeiert. Fritzi hat begeistert Eier gesucht und war glücklich."

Heike Gabernig half ihr Sohn im Gottesdienst. Foto: Goldlücke

Heike Gabernig, Pfarrerin Evangelische Kirchengemeinde Lank, erinnert sich an 1992: "An meinem ersten Heiligabend-Familiengottesdienst in der neuen Gemeinde, stellte sich der damals dreijährige Max neben mich und hielt sich - gefühlt über den gesamten Gottesdienst - an meinem Talar fest. Mein Mann war beschäftigt, er kümmerte sich um die 18 Monate alte Rebecca. Ich dachte daran, dass es heißt 'Lasset die Kinder zu mir kommen' und sah, dass Max den Kirchenbesuchern ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert hatte. Das hat mir gut gefallen, es war ein gelöster Auftakt zum Weihnachtsfest. Und es hat mir gezeigt, dass ich trotz des Talars in erster Linie Mutter war. Jetzt, nach 26 Jahren, heiratet Max und gründet selber eine Familie. Da tun solche Erinnerungen sehr gut."

Hildegard Miedel adoptierte auf Wunsch ihrer Tochter ein Pony. Foto: UD

Daniela Doliwa, Geschäftsführerin FD-Textil: "Meine Tochter Lea, heute 14 Jahre alt, war schon bald nach ihrer Geburt mit im Betrieb. Hier war die ganze Familie beschäftigt, und so wurde das Baby abwechselnd von meiner Mutter, meiner Schwester Francesca und mir betreut. Lea wuchs von Beginn an in das Familienunternehmen hinein, das war nicht immer einfach und führte zu eigenartigen Situationen. Aber wir haben das gemeinsam gemeistert. Immerhin blieb trotzdem Zeit, meine Leidenschaft für den Reitsport weiterzugeben. Heute steht in dem Stall, in dem ich als Kind ein Pferd stehen hatte, Leas Pferd, und trainiert wird meine Tochter von den Trainern, die schon mich unterrichtet haben."

Maxi von Zittwitz musste das Osterfest verlegen. Foto: Goldlücke

Hildegard Miedel, Leiterin des Tierparks "Arche Noah": "Ich habe vier Kinder, Uta ist die Jüngste. Sie war und ist noch eine Pferdenärrin. Sie sagte immer: ,Ich teile meine letzte Scheibe Brot mit meinen Ponys!'. Auch ich bekam diese Einstellung zu spüren. Richtung Heerdt war damals ein kleiner Reitstall. Als Uta hörte, da sind zwei Ponys eines Wanderzirkus' abgegeben worden, radelte sie sofort davon. In einem trostlosen Stall lag neben der abgemagerten Ponystute ein schwaches Fohlen. Sie kam zurück und rief: ,Du kannst es noch retten - die Mutter hat keine Milch!' Ich sagte: ,Uta, wir haben schon zwei Ponys - es geht wirklich nicht'. Zwei Wochen sprach sie nicht mit mir. Jeden Tag nur die vier Worte: ,Du kannst es retten!'. Es hieß Valentino und lebte heißgeliebt 30 Jahre auf der Arche. Uta war unbewusst die Mitgründerin der Arche. Ohne Uta - keine Arche."

Freifrau Heeremann zählte ihre Kinder - und erschreckte sich. Foto: Heeremann
Angelika Mielke-Westerlage denkt an eine zerstörte Torte. Foto: ud

Daniela Glasmacher, UWG-Fraktion: "Ich mache in den letzten Jahren gerne mit meiner Tochter, die heute 14 ist, ein Mutter-Tochter-Wochenende. So sind wir im vorletzten Jahr für einige Tage nach Rom geflogen und haben dort eine wunderschöne Zeit verbracht. Leider habe ich in meinen Flugunterlagen, wegen fehlender Lesebrille, statt dem 16. als Rückflugdatum den 18. gelesen. Als wir am Flughafen einchecken wollten, sagte die Bodenhostess, sie würde uns nicht auf der Passagierliste für den heutigen Flug finden, aber am 16. habe man uns auf dem Rückflug nach Düsseldorf vermisst! Meine Tochter guckte mich fassungslos an und sagte nur: "Das ist doch nicht dein Ernst, Mama. Wie konnte Dir das passieren, was jetzt?" Es waren auf dem Rückflug noch drei Plätze an dem Abend frei, ich habe leider zwei Rückflugtickets neu kaufen müssen. Die zusätzlichen und teuren zwei Tage in Rom waren trotzdem sehr schön."

(mgö)