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Meerbusch: Mutter und Sohn teilen sich ein Atelier

Meerbusch : Mutter und Sohn teilen sich ein Atelier

Die Osterather Künstlerin Marlies Blauth und ihr Sohn, Video-Produzent Ansgar Blauth, arbeiten wieder Wand an Wand. Nach dem Auszug aus dem "Pappkarton" haben sie ein neues Atelier

Das Sprichwort "Ende gut - alles gut" trifft bei Marlies Blauth nicht hundertprozentig zu. Trotzdem ist die Meerbuscher Künstlerin froh, nach dem jähen Ende der Ateliergemeinschaft "Pappkarton" nun wieder ein Atelier gefunden zu haben, das einige Vorteile bietet. "Die kurze Entfernung und die hellen, großzügigen Räume", zählt sie auf. Abgesehen davon, dass jetzt eine höhere finanzielle Belastung auf die Osteratherin zukommt, findet sie es schade, auf den Austausch mit anderen Kunstschaffenden am neuen Sitz im Gewerbegebiet an der Rudolf-Diesel-Straße verzichten zu müssen.

"Vielleicht zieht der eine oder andere Künstler nach", meint Georg Neuhausen, der sich in Marlies Blauths neuen Atelierräumen umsah. Als Leiter des Kulturausschusses bedauert der Sozialdemokrat die Art und Weise, wie die Kündigung für die in den Pappkarton-Räumen arbeitenden Künstler verlaufen ist. "Man hätte sich zuvor an einen Tisch setzen müssen", sagt er.

Nach der Auflösung der Ateliergemeinschaft ist Marlies Blauth froh, für ihre künstlerischen und literarischen Aktivitäten wie das Zeichnen und das Schreiben von Gedichten einen geeigneten Standort gefunden haben. Einen der insgesamt drei Räume nutzt Sohn Ansgar Blauth als Studio. Ein großflächiger Greenscreen-Hintergrund, mit dessen Hilfe man das Hintergrundbild in Videos verändern kann, vier große Scheinwerfer, teils abgedunkelte Fenster und ein großes Kamerastativ füllen den Raum. Ansgar Blauth (18) erstellt hier mit zwei Freunden Videos für verschiedene Formate. "Wir berichten über Messen wie die Gamescom, bringen Computer-Tipps-News und drehen manchmal auch Werbefilme, die im Internet auf der Seite des Videoportals Youtube zu sehen sind", erzählt der Waldorf-Schüler, der nächstes Jahr Abitur machen will. "Damit erreichen wir monatlich rund 100 000 Klicks."

Beruflich will Ansgar Blauth nicht in diese Thematik einsteigen, "es wird ein Hobby bleiben", sagt der 18-Jährige. Dennoch will er die Videodrehs so professionell wie möglich gestalten. Der junge Mann hat sein Taschengeld zusammengespart und Ausrüstung gekauft. Bis vor wenigen Wochen stand sie - ebenso wie die Staffelei von Marlies Blauth - im "Pappkarton". Jetzt arbeiten Mutter und Sohn im neuen Atelier wieder Wand an Wand.

(mgö)