Musik und Texte im Alten Küsterhaus in Meerbusch-Büderich

Lesung in Büderich : Remarque-Werk in Szene gesetzt

„Die Traumbude“ heißt die musikalische Lesung im Küsterhaus. Ekaterina Porizko komponierte, Frank Rother liest.

(mgö) Für Ekaterina Porizko ist Erich Maria Remarque (1998-1970) ein „alter Bekannter“. „In Russland sind er und seine Werke sehr beliebt und gefragt“, erklärt die in St. Petersburg aufgewachsene Kantorin der Evangelischen Kirchengemeinde Büderich.

Seit gut 15 Monaten bringt sich die 29-Jährige intensiv in das Meerbuscher Kulturleben ein. Da bot es sich für Isabelle von Rundstedt als Initiatorin des Küsterhaus-Programms an, die musikalische Lesung aus Erich Maria Remarques Künstlerroman „Die Traumbude“ am Freitag im Alten Küsterhaus von der Organistin und Pianistin begleiten zu lassen.

Dazu weist Ekaterina Porizko noch einmal auf die Beliebtheit des deutschen, in seiner Heimat während der NS-Zeit unerwünschten und verbotenen Schriftstellers in Russland hin: „Als ich dort in einem Buchregal ‚Die Traumbude‘ entdeckte, habe ich das Buch sofort gekauft.“

Dabei ist es ein Wunder, dass das unbekannte und im Schatten des bis 2007 in 50 Sprachen übersetzten Romans „Im Westen nichts Neues“ schlummernde, 1920 entstandene Erstlingswerk von Erich Maria Remarque überlebte. Zwei Exemplare wurden gerettet, eins ist in Berlin und das andere in Russland aufgetaucht und wurde als erster Remarque-Roman ins Russische übersetzt.

„Beim Lesen habe ich eine ganz andere Seite des Schriftstellers kennengelernt. Er hat sehr viel Musik in sich gehabt. Das habe ich sofort gehört,“ sagt Ekaterina Porizko. Und so hat sie komponiert, um dem Text – er handelt von Liebe, Kunst und Schönheit rund um das Leben des kranken Dichters und Malers Fritz Schramm – einen ganz besonderen musikalischen Rahmen zu geben: „2012 war Uraufführung in St. Petersburg und später in Moskau.“ Jetzt ist diese Musik auch in Meerbusch zu hören. „Ich habe wenige Passagen umkomponiert“, gibt Ekaterina Porizko zu. Sie freut sich auf die Atmosphäre im Küsterhaus und ist glücklich darüber, dass Ehemann Frank Rother – er studierte darstellende Kunst und hat Engagements auf der Bühne und im TV – die Texte vorträgt: „Er ist ein wunderbarer Leser.“

Freitag, 19 Uhr, Altes Küsterhaus, Düsseldorfer Straße 6. Eintritt frei.

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